Mit Liebe gemacht: Schokolade aus der Region. Als Familie ist den Spiegels keine Herausforderung zu groß. Mit einem gemeinsamen Ziel vor Augen wagt die Bad Tatzmannsdorfer Familie nun einen bedeutsamen Schritt in Richtung Zukunft.

Von Redaktion Oberwart. Erstellt am 14. Juli 2020 (05:12)
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Geschmackserlebnis in Bad Tatzmannsdorf. Seit 2000 widmet sich die Familie Spiegel ihren hauseigenen Pralinen und verwöhnen ihre Gäste mitganz besonderen Kreationen.
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Schon seit zehn Jahren verwöhnen Evelien, Edgar und Sandra Spiegel ihre Gäste im hauseigenen Shop mit handgefertigten Pralinen. Im gemeinsamen Gespräch mit den drei Bad Tatzmannsdorfern wird einem schnell bewusst: Hinter dem burgenländischen Schokogenuss steckt nicht nur reichlich Arbeit, sondern auch enorme Leidenschaft. Genau diese Leidenschaft macht die Geschwister Sandra und Edgar zusammen mit Ehefrau Evelien zu einem unschlagbaren Trio.

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Familienbande. Therese Zapfl, Evelien, Edgar, Sandra und Monika Spiegel kümmern sich stets engagiert um ihr Familienunternehmen. Auch in ihrer Hauptrolle als Eltern von Anouk, Falco und Sebastian blühen Evelien und Edgar voll auf.
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Neben der Pralinenmanufaktur kümmern sie sich als Familie auch liebevoll um ihren eigenen Hotel- und Restaurantbetrieb. „Den Betrieb gibt es immerhin schon seit 1973. Das Ganze hat die Mama selbst erbaut, drei Jahre hat sie gebraucht, um das Haus zu bauen“, erinnern sich die Geschwister zurück. Heute setzen sie geschäftlich stets das um, was ihnen persönlich am Herzen liegt und so hat für sie vor allem eines oberste Priorität: Regionalität. „Egal in welchem Bereich bei uns im Haus, uns ist wichtig, dass wir regional beziehungsweise selber vom Bauern einkaufen“, erzählt Sandra Spiegel. Sie weiß nicht nur die unvergleichliche Qualität der südburgenländischen Produkte, sondern auch die gegenseitige Unterstützung in der Region, zu schätzen. Und wie wichtig gegenseitige Unterstützung ist, wurde allen spätestens im März klar, auch Sandra Spiegel: „Eine Woche nach dem Lockdown haben wir immerhin den Shop wieder aufsperren können. Da war ich schon sehr dankbar, dass wir in der Region jetzt mittlerweile so gefestigt sind, dass die Leute unser Angebot nutzen und zu schätzen wissen.“

Schritt für Schritt zurück zum Ursprung

Nun erfüllt sich das Trio einen gemeinsamen Traum und stellt sich einer gewagten Herausforderung. „Derzeit kaufen wir für die Herstellung der Pralinen Schokolade aus Belgien und Frankreich. Jetzt wollen wir aber damit starten, unsere Schokolade selbst zu produzieren. Dazu werden Kakaobohnen aus Kamerun und Nicaragua bezogen, die bei uns im Haus zu Schokolade verarbeitet werden. Zu verkosten gibt es die hauseigene Tafelschokolade dann spätestens ab Herbst“, erklärt Evelien Spiegel.

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Verkostung in Kamerun. Im Rahmen ihres Projektes reisten Eveline, Edgar und Sandra vergangenen Februar nach Kamerun, in die Heimat der Kakaobauern. Ein ganz besonderes Geschmackserlebnis war die Verkostung der frischen Kakaopflanzen.
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Im Rahmen ihres Vorhabens nahmen die drei noch im Februar den weiten Weg nach Kamerun auf sich. Im Gespräch berichteten sie über die Erfahrungen, die sie in diesen Tagen sammelten und es wird schnell ersichtlich, wie sehr diese Erlebnisse die Familie prägten. „Es ist faszinierend, wie fruchtbar dieses Land dort ist und wie herzlich die Menschen dort sind, obwohl sie fast nichts haben. Ich war teilweise aber auch ein bisschen geschockt, da gab’s auch Momente, in denen ist es mir nicht so gut gegangen“, offenbarte Sandra Spiegel. Auch der Besuch einer Schule in Kamerun war nicht nur für Sandra, sondern auch für Evelien und Edgar, die selbst Eltern sind, sehr eindrucksvoll. Mit ihrem bevorstehenden Projekt streben die drei eine bedeutsame Vision an: Sie wollen nicht nur die für die Kakaopflanzen wesentliche Natur im Land erhalten, sondern auch die Menschen vor Ort unterstützen.

Mit der eigenen Schokoladenproduktion wollen sie der industriell gefertigten Schokolade den Rücken zukehren und das aus einem guten Grund: „Für die Industrie steht die Menge im Vordergrund, die Qualität der Bohne ist dafür aber minderwertig“. So setzen sich die drei also zum Ziel, qualitativ wertvolle Kakaobohnen schonend zu verarbeiten, um den Geschmack der Bohne zu erhalten. Und wer da an bittere Schokolade denkt, liegt falsch, denn „wenn man wirklich gute Bohnen hat und diese traditionell verarbeitet, ist dunkle Schokolade ja gar nicht bitter, das ist nur ein Irrglaube“, klärt Edgar Spiegel auf. Hochwertige, geschmackvolle Schokolade erfordert einiges an Aufwand, das ist allen am Tisch bewusst. Letztendlich kann aber man durchaus behaupten, dass das Trio eine klare Win-win-Situation für alle schafft: Mit ihrer burgenländischen Schokoladenproduktion tragen sie dem Wohle der Bauern, als auch der Natur bei und erfüllen sich damit einen großen Herzenswunsch.