Trotz Handicaps im Einsatz am Golfplatz

Heribert Petermann verlor seine Beine bei einem Unfall am Flughafen Wien. Sein großes Hobby Golf verfolgt er weiter.

Daniel Fenz
Daniel Fenz Erstellt am 23. Dezember 2016 | 10:53
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Hat seine eigene Straße auf der Terrasse. Auf der Her(i)bertstraße macht Heribert Petermann (im Bild mit Gattin Gabi) seine Gehversuche. Es funktioniert bestens./zvG-Petermann
Foto: BVZ, D. Fenz

Hobby-Filmer und Fotograf Heribert Petermann wurde am 15. April 2013 von einer Kehrmaschine bei Filmaufnahmen am Flughafen in Wien verletzt (die BVZ berichtete). Dreieinhalb Jahre danach, berichtet er über den Schicksalschlag und den Weg zurück ins Leben– mit der Unterstützung seiner Frau Gabriele.

Petermann spielt Golf mit einem Spezialgerät

„Ich hatte großes Glück, denn eine Frau von der Flugaufsicht sah den Vorfall und verständigte die Rettung“, erzählt Petermann. Der Unfall passierte um halb Elf am Abend, der Südburgenländer befand sich danach sieben Wochen im Tiefschlaf. Doch schon im Krankenhaus war für Petermann klar: „Ich möchte wieder Golf spielen.“ Obwohl er beide Beine bei dem Unfall verlor, kann er seinem großen Hobby nachgehen. Unterstützung fand er bei deinem Golfclub Bad Tatzmannsdorf, der sich für ihn einsetzte. Petermann spielt nämlich mit einem Spezialgerät auf vielen Plätzen Europas Golf. „Ich nahm bei der European Tour für Behinderte teil und erzielte am ersten Tag in Barcelona den achten Rang von elf Nationen.“ Am zweiten Tag wurde der Bewerb abgesagt. Bei Regen war es unmöglich, den Golfplatz zu befahren.

Am Golfclub Paderborn (Deutschland) erzielte er den fünften Gesamtrang und gewann die Nettowertung. Bei nassem Wetter ist es für ihn unmöglich, sich auf den Straßen und Plätzen im Südburgenland zu bewegen, daher übersiedelt er mit seiner Gattin ab 28. Dezember bis April 2017 nach Spanien. „Ich habe die Abschlagzeiten schon reserviert“, schmunzelt Petermann. Petermann ist ein Kämpfer, das beweist unter anderem seine enorme Lebensfreude. „Ohne meine Frau hätte ich das aber nicht geschafft, sie ist mein Anker“, sagt er stolz. Mit seinem Schicksal handert er nicht: „Natürlich machen viele Menschen einen skeptischen Eindruck, aber bei einem Gespräch kommen bekanntlich die Leut’ zusammen. Sie akzeptieren mich und sind begeistert, über die Tatsache, dass man auch ohne Beine golfen kann.“