Herbert Adelmann wird sein ‚wildes Mandat‘ behalten. Der ehemalige FPÖ-Abgeordnete zieht sich vom Ausschuss zurück. Bei den Bernsteiner Gemeinderatssitzungen möchte er teilnehmen.

Von Daniel Fenz. Erstellt am 16. April 2020 (05:45)
Änderung. Bei der letzten Gemeinderatswahl traten neben Bürgermeisterin Renate Habetler auch noch Markus Zettl (r., ÖVP) und Herbert Adelmann (l., damals FPÖ) zur Wahl an. Während Zettl sein Mandat bereits zurücklegte, bleibt Adelmann als „wilder“ Gemeinderat.
Daniel Fenz

Bei der Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl 2017 trat Herbert Adelmann noch für die FPÖ an. Nach dem Wohnortwechsel nach Oberpullendorf blieb er dennoch als gewählter Mandatar im Gemeinderat. Nun folgte der nächste Schritt von Adelmann. Er wechselte zur DAÖ (Die Allianz für Österreich), wurde zum neuen Landessprecher gewählt und daraufhin von der FPÖ Burgenland ausgeschlossen.

Adelmann baut auf die Stimmen von 2017

Der Gemeinde Bernstein will Adelmann aber auch in der Zukunft als Gemeinderat erhalten bleiben: „Ich werde das ‚wilde Mandat‘ behalten, jedoch meine Tätigkeit im Prüfungsausschuss beenden, dieser steht nämlich der FPÖ zu.“ Mit der Situation habe er aktuell kein Problem, „denn ich habe für die FPÖ 2017 viele Stimmen geholt“. Vorrangiges Ziel sei es für ihn nun, eine Gruppe der DAÖ Burgenland auch im Bezirk Oberwart sowie in Bernstein aufzubauen. Und auch in Bernstein hofft Adelmann, noch viel bewirken zu können: „Ich war Fraktionssprecher der FPÖ in der Großgemeinde und habe den Takt in der Partei vorgegeben. Wir werden in diesem Sinne weiteragieren, jedoch auf unsere Linie bezogen“, so Herbert Adelmann abschließend.

Markus Pratscher, designierter FPÖ-Obmann in Bernstein, sagt dazu: „Wir arbeiten als Gruppe sehr gut zusammen. Nach dem Abgang von Herbert Adelmann soll nun Gemeinderat Karl Kager seinen Platz im Prüfungs- und Rechnungsausschuss übernehmen.“ Pratscher erklärt aber, dass dieser Schritt erst abgeklärt werden muss, „dazu wird es in den nächsten Wochen eine Fraktionssitzung geben.“ Mit der Situation, dass Adelmann weiterhin im Gemeinderat bleibt, kann sich Pratscher nur schwer abfinden. „Ich finde es absurd, eigentlich ein No-Go. Adelmann sollte das Mandat abgeben. Aber das ist seine Entscheidung“, so Pratscher.

SPÖ-Bürgermeisterin Renate Habetler meint: „Ich werde die Entscheidung der FPÖ hinnehmen.“ Die Ortschefin fügt noch an: „Es gibt für mich nur drei gewählte Parteien, für mich gibt es die Partei DAÖ in Bernstein nicht. Wichtig ist, dass wir als Gemeinde viel weiterbringen.“