17-Jähriger rastet aus: „Werde euch die Hände brechen!“. Weil ihm der Laptop abgenommen worden war, bedrohte ein 17-Jähriger Mitbewohner und Betreuer.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 21. Dezember 2018 (05:22)
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Symbolbild

Aus schwierigen familiären Verhältnissen kommt ein 17-jähriger Jugendlicher, der eine Zeitlang in einer Wohngemeinschaft im Bezirk Oberwart gelebt hatte.

Vorige Woche musste er sich vor Jugendrichterin Gabriele Nemeskeri verantworten.

Es ging um einen Vorfall, der sich am 30. Juli 2018 in der Wohngemeinschaft ereignet hatte.

Nur fünf Tage vorher war der Jugendliche bereits einmal vor der Richterin gestanden: Er war am 25. Juli 2018 wegen gefährlicher Drohung, Verleumdung und Sachbeschädigung zu einer bedingten Haftstrafe von zwei Monaten verurteilt worden. „Offenbar hat das gar keinen Eindruck auf Sie gemacht!“, hielt die Richterin dem Jugendlichen vor.

Am 30. Juli hatte sich dieser darüber geärgert, dass ihm die Betreuer den Laptop weggenommen hatten.

„Werde euch die Autotüre draufschlagen“

Er drohte Mitbewohnern und Betreuern, er werde ihnen „Hände und Füße brechen“ und er werde ihnen beim Aussteigen aus dem Auto die Autotüre draufschlagen.

Vor Gericht bekannte sich der Jugendliche schuldig. Er habe, so brachte er zu seiner Verteidigung vor, seinen Laptop zurückhaben wollen.

„Sie müssen wirklich aufpassen, dass Sie nicht langsam eine kriminelle Karriere aufbauen“, warnte ihn die Richterin.

„Es wird nicht mehr vorkommen und tut mir leid“, beteuerte der Angeklagte.

Die Richterin verurteilte ihn zu einer teilbedingten Geldstrafe. Weil der Jugendliche über kein Einkommen verfügt, wird er anstatt der Bezahlung gemeinnützige Leistungen erbringen müssen. „Die bedingte Verurteilung vom Juli 2018 hat bei Ihnen offenbar gar nichts bewirkt“, erklärte die Richterin. „Jetzt müssen Sie etwas tun!“ Der Jugendliche nahm das Urteil an.