Archäologische Funde im Fokus. Otto Osztovits behauptet, dass Attila und Bleda (Hunnenkönige) hier begraben sind. Bundesdenkmalamt dementiert.

Von Daniel Fenz. Erstellt am 27. März 2021 (05:02)

Geht es nach Otto Osztovits, dann grenzen seine Funde an ein „großes Wunder.“ Der Unterwarter behauptet nämlich, dass er mit dem Fund einer Tonschale beweisen kann, dass der Heilige Martin auf heute burgenländischem Boden geboren wurde und auch gewirkt hat. Dem nicht genug, sollen laut Osztovits auch die Hunnenkönige Attila und sein Bruder Bleda ihre Residenzen im Burgenland gehabt haben.

Hunnenkönige „sollen“ im Süden gestorben sein

Zur Geschichte: Attila († 453 nach Christus) war von 434 als Mitherrscher zusammen mit seinem Bruder Bleda bis zu seinem Tod „König“ des Kriegerverbandes der Hunnen. Zentrum seines Machtbereiches war das Gebiet des heutigen Ungarns, wo die Hunnen im fünften Jahrhundert ein kurzlebiges Reich errichteten. Jetzt behauptet der Unterwarter Otto Osztovits, dass sowohl Attila als auch Bleda im Südburgenland gestorben seien und ihre Wirkungsstätten und Gräber rund um Weiden bei Rechnitz und Markt Neuhodis zu finden seien. Geht es nach Osztovits, so soll ihre Residenz in Rumpersdorf (Ortsteil von Weiden bei Rechnitz) und Markt Neuhodis gewesen sein, „wo sie auch Weltgeschichte schrieben“, meint Osztovits.

Archäologe Franz Sauer vom Bundesdenkmalamt meint dazu: „Seit Jahren stellt Otto Osztovits diese These zur Diskussion. Es gab sogar eine zweitägige Tagung mit Fachleuten. Das hält keiner seriösen Prüfung stand“, so Sauer. Um die Funde jedoch noch einmal einer Prüfung zu unterziehen, gab es am Dienstag eine Begehung. „Anwesende Historiker sind zum Schluss gekommen, dass diese Thesen nicht belegbar sind“, erklärt Sauer. Osztovits hingegen lässt sich nicht abbringen und glaubt weiterhin, dass er auf der richtigen Spur ist. So wolle er beweisen, dass sein gefundener Hirschknochen, der dem Hunnenkönig Attila als Stempel diente, als Beweis genüge.

Eine römische Villa wolle der Unterwarter Historiker ebenso entdeckt haben, was den Fund von „römischen Keramikstücken“ belege. In einer Begehung hätte er zudem die Gräber von Attila und Bleda aufgespürt. Auch, wenn das Bundesdenkmalamt die Echtheit anzweifelt, lässt sich Osztovits, der auch ein Museum errichten möchte, nicht entmutigen und meint: „Ich hoffe, dass bald mit den Grabungen begonnen werden kann.“