Bahntrassen-Umsetzung bis 2023

Radweg wird acht Gemeinden von Oberschützen bis Rechnitz verbinden und Ausbau des Alltagsradfahrens vorantreiben.

Erstellt am 25. März 2021 | 04:40
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Ein Leben für die Bahn. Franz Schuch kaufte die Bahnlinie Ende der 80er-Jahre.
Foto: LMS/D. Fenz

Mit der Übernahme der 490.000 Quadratmeter großen Liegenschaften durch das Land kommt die Ära des Unternehmers als Bahn-Unternehmer zum Abschluss (siehe Infobox). Zu Erzählen hat der mittlerweile fast 90-Jährige viel: „Wichtig war für uns vor allem, dass das Streckenband erhalten werden kann und weiterhin nutzbar bleibt. Wir mussten zur Kenntnis nehmen, dass ein privater Bahnbetrieb auf dieser Strecke nicht wirtschaftlich zu führen ist. Es ist kein Geheimnis, dass die SRB wirtschaftlich gesehen kein Erfolgsprojekt war. Aber ich stehe zu meiner Entscheidung. Die Einstellung des Güterverkehrs hätte damals wahrscheinlich hunderte Arbeitsplätze gekostet“, verabschiedet sich Schuch mit einem lachenden und einem weinenden Auge nach 30 Jahren als Eigentümer der Südburgenländischen Regionalbahn. Emotional zeigt sich auch Ronald Gollatz, Enkel von Schuch und Hannersberg-Chef: „Für uns geht eine Epoche zu Ende“, erzählt Gollatz auch schmunzelnd von seinen vielen Rollen im Märchenwald und betont die vertrauensvollen Gespräche mit dem Land. „Wir können die Liegenschaft in gute Hände übergeben“, so Gollatz.

Die ganze Strecke in einer Hand

Aber wie geht es jetzt mit dem geplanten Radweg auf der Bahntrasse weiter? Großpetersdorfs Bürgermeister Wolfgang Tauss (SPÖ) verrät Details: „Die Streckenabschnitte sollen mit Namen, wie etwa Energiestrecke oder Verbindungsstrecke, benannt werden. Das schöpft vor allen hinsichtlich der touristischen Nutzung das ganze Potenzial der Region aus.“ Besonders wichtig für Oberwarts Stadtchef Rosner (ÖVP) war es, dass die Liegenschaft in die öffentliche Hand übergegangen ist. „Der Radweg ist positiv zu sehen, aber man weiß nie, was sich verändert und die Bahn möglicherweise doch noch Zukunft hat.“

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Auch für Landesrat Heinrich Dorner (SPÖ) ein Punkt. „Sollte sich die ÖBB entschließen, die Strecke zu reaktivieren, müssen nicht erst Verhandlungen mit privaten Grundstückseigentümern geführt werden - sondern das Streckenband befindet sich bereits in öffentlicher Hand. Auch Verkehrsministerin Gewessler hat bei einem Treffen das Vorhaben des Landes positiv bewertet“, heißt es von Dorner, der aber betonen möchte, dass der Bau einer Grenzbahn von Oberwart nach Szombathely aktuell kein Thema ist (die BVZ berichtete). Befahrbar soll der Weg in rund zwei Jahren, bis zum Jahr 2023 werden.