Bei Familienstreit mit Scheitl geworfen. Zwischen einem 59-jährigen Koch und seinem 85-jährigen Stiefvater entbrannte ein blutiger Konflikt. Prozess wurde vertagt und wird am Gründonnerstag fortgeführt. Von Elisabeth Kirchmeir

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 02. April 2018 (06:16)
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„Ihr Verhältnis ist nicht besonders gut?“, fragte Richter Andreas Beneder den 59-jährigen Koch, der sich mit seinem Stiefvater vor Gericht verantworten musste. „Es ist eher Hass“, berichtete der seit Jahren arbeitssuchende Koch. „Wenn ich ihn nicht sehe, ist es mir lieber“, erklärte sein Stiefvater auf die Frage des Richters.

Zusätzlich eskalierte die Stimmung offenbar, als die Mutter des Kochs und Gattin des 85-jährigen verstorben war. Der Zwist wurde angefeuert, als der Koch und seine Schwester begannen, das Haus im Bezirk Oberwart zu räumen, das alle drei hinterbliebenen Familienmitglieder geerbt hatten und das verkauft werden soll.

„Er rief: Verschwind, Gesindel!“

Während einer Entrümpelungsaktion kam es am 8. November 2017 im Garten zu gegenseitigen Straftaten. Der Pensionist wollte nicht, dass seine Stiefkinder Gegenstände aus dem Haus entfernten. „Er rief: Verschwind, Gesindel!“, berichtete der Koch. Er habe eine Attacke auf seine Schwester befürchtet. „Ich wäre kampfbereit gewesen, der greift sie nicht an!“, so der Koch.

Der Pensionist habe nach einem Wildbergehaken gegriffen, mit dem er zuvor ein Wildschwein zu einer Waage gezogen habe. „Ich nahm ein Holzscheit und warf es auf ihn“, gab der Koch zu. „Wupp! Auf einmal hatte ich das Scheitel. Und die Nase war gebrochen!“, erzählte der Pensionist. Angeblich konnte er ein zweites Holzscheit mit dem linken Unterarm abwehren. Der Koch beteuerte, nur ein Holzscheit geworfen zu haben.

Mit dem Haken in der Hand habe er seinen Stiefsohn verfolgt, so der Pensionist, und gesagt: „Na warte, jetzt bist du dran!“ Damit habe er gemeint, dass er jetzt bei der Polizei etwas gegen ihn in der Hand habe, weil dieser ihn verletzt habe, erläuterte der Pensionist. Am Weg ums Haus rutschte er aus. Der Koch sah seine Chance gekommen, wandte sich um und schlug auf den am Boden liegenden Stiefvater ein.

„Wie oft hauten Sie hin?“, fragte der Richter. „Dreimal“, antwortete der Koch. „Wohin?“ „Zuerst ins Gesicht. Ich dachte, dann sieht er nichts mehr.“ Der Richter: „Mit der Faust?“ Der Koch: „Na klar! Volle Bulle mit der Faust! Ins Gesicht!“

Getreten habe er den Stiefvater nicht. Wie es zu den Prellungen am Körper kam, könne er sich nicht erklären, so der Koch.

Da sich die Schwester des Kochs auf Rehabilitation befand, als Zeugin aber unbedingt gehört werden muss, wurde die Verhandlung auf Gründonnerstag vertagt.