Beweismittel gefälscht und für Bruder gelogen. Mit einer gefälschten SMS-Nachricht tauchten die Geschwister eines Verdächtigen vor Gericht auf. Plus: 44 Mal grundlos bei Feuerwehr oder Rettung angerufen.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 07. Februar 2018 (05:07)
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Urteil ist noch nicht rechtskräftig
APA

Drei Angeklagte mussten sich vorige Woche wegen des Vorwurfs der Beweismittel-Fälschung und diverser anderer Straftaten vor Richterin Karin Lückl verantworten.

Der männliche Angeklagte, 29 Jahre alt und arbeitslos, wurde aus der Justizanstalt vorgeführt. Er musste den Verhandlungssaal mehrfach verlassen, weil er unter Übelkeit litt.

Auf der Anklagebank saßen auch seine 43-jährige, besachwaltete Lebensgefährtin und seine 25-jährige Schwester, eine mit einem inhaftierten Muslim verheiratete Mutter dreier Kinder.

Allen drei Angeklagten wurde vorgeworfen, dass sie im Oktober 2015 mit einer gefälschten SMS-Nachricht bei der Staatsanwaltschaft Eisenstadt aufgetaucht seien und behauptet hatten, die Nachricht stamme von jener minderjährigen Frau, die der Bruder des Geschwisterpaares im April 2015 sexuell missbraucht hatte – weshalb dieser noch im selben Jahr verurteilt wurde.

„Hallo Schatz, bin 18 Jahre alt...“

Die gefälschte SMS-Nachricht lautete „Hallo Schatzi…Ich bin 18 Jahre alt“, und sollte beweisen, dass der 2015 angeklagte Bruder nicht gewusst habe, dass das Opfer seiner Übergriffe erst 13 Jahre alt war.

Die Lüge war rasch entlarvt, die drei Urheber der Fälschung wurden angezeigt. „Die Nachricht habe ich geschrieben“, gestand der 29-jährige Bruder des Sexualtäters. „Aber mir war es zu peinlich, das zuzugeben, weil es so ein peinlicher Text war“, fügte er hinzu.

Dem 29-Jährigen und seiner Lebensgefährtin wurde überdies vorgeworfen, sie hätten telefonisch die Sachwalterin der Frau bedroht. Der 29-Jährige stand weiters wegen des Missbrauchs des Notzeichengesetzes vor Gericht: Er rief 44 Mal grundlos Feuerwehr oder Rettung an.

Dem Lebensgefährten wurde zusätzlich auch noch Tierquälerei vorgeworfen

Sie hatten an ihrem Wohnsitz in der Steiermark insgesamt zehn Jungkatzen, drei Hunde und eine Natter hungern und verwahrlosen lassen. Als der Amtstierarzt mit einer Mitarbeiterin die Tiere abholen wollte, drohte der 29-Jährige den beiden: „Ich komme und räume auf!“

Der 29-Jährige wurde zu 18 Monaten Freiheitsstrafe, davon zwölf Monate bedingt verurteilt, seine Lebensgefährtin zu vier, die Schwester zu drei Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung. Alle drei nahmen das Urteil an, es ist rechtskräftig.