Bezirkshauptmann Nemeth: „Wir alle sind müde“. Der Bezirk Oberwart weist laut AGES seit Samstag eine 7-Tages-Inzidenz von über 400 auf. Laut Land Burgenland liegt man bei 337.

Von Carina Fenz. Erstellt am 02. April 2021 (06:36)
Kontaktverfolgung auf Hochtouren. In der Bezirkshauptmannschaft arbeitet man seit über einem Jahr im Covid-Krisenstab sieben Tage pro Woche.
Aktuell ist die Lage besonders angespannt, wie Bezirkshauptmann Helmut Nemeth schildert.
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Beim Blick auf das Covid-Dashboard der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) wird eines sehr schnell klar: Der Bezirk Oberwart hat mit einer 7-Tages-Inzidenz von 452,1 ein Problem (Stand: Dienstag, 30. März). Österreichweit liegt der Schnitt deutlich darunter, aktuell bei 257,7 (Stand: Dienstag). Im Bezirksvergleich hat der Bezirk Oberwart somit auch die höchste 7-Tages-Inzidenz in ganz Österreich. Geht man jedoch nach den Zahlen des Koordinationsstab Coronavirus im Burgenland, dann liegt die Inzidenz im Bezirk Oberwart mit 337 (Stand: Mittwoch, 31. März/8 Uhr) deutlich unter jenem der AGES.

Warum das so ist, versucht Bezirkshauptmann Helmut Nemeth zu erklären: „Diese Thematik wurde erst in der Vorwoche bei einem bundesländerübergreifenden Treffen angesprochen. Die AGES bezieht in die Statistik auch die Daten der positiven Antigen-Schnelltests ein. Die Statistik des Landes beruft sich jedoch nur auf positive PCR-Tests“, so Nemeth. Ein Problem, mit welchem man bereits seit Beginn der Pandemie kämpft. Ausreisetests, wie es sie seit Wochen unter anderem auch im Bezirk Wiener Neustadt gibt, sind derzeit noch kein Thema. „Denn man muss als Bezirk sieben Tage eine Inzidenz von über 400 aufweisen und als Berechnungsgrundlage dazu dienen die Zahlen des Landes, die derzeit noch unter 400 liegen“, so Nemeth. Der Ernst der Lage, sei jedoch deutlich. Der Bezirk Oberwart hat seit der Vorwoche nämlich stetig steigende Infektionszahlen. „Das ist einerseits auf die britische Mutation zurückzuführen, die sich im Burgenland ganz besonders durchgesetzt hat und weiters aufgrund von einigen Covid-Clustern in Bildungseinrichtungen“, weiß Nemeth. Ausgelöst wurden diese durch Pädagogen, die an mehreren Schulen tätig sind. Die Kinder haben das Virus dann in die Familien getragen.

Für Nemeth sei es noch nicht zu spät, die Trendwende im Bezirk einzuläuten, auch wenn es jetzt eine enorme Kraftanstrengung braucht. „Wir sind in einer Phase, wo man nicht aufgeben darf. Die Bevölkerung ist müde, wir alle sind müde. Trotzdem müssen wir jetzt alle die Disziplin haben, die es braucht, um die Kehrtwende zu schaffen“, richtet der Bezirkshauptmann einen Appell an die Bevölkerung. „Jetzt zu sagen, es ist alles schon egal, wäre der falsche Weg“, so Nemeth.
Verstärkte Kontrollen zu Ostern angekündigt

Angesichts der kommenden Osterruhe wird es im Bezirk auch zu verstärkten Polizeikontrollen kommen. Bislang gab es laut Covid-Maßnahmenverordnung 270 Anzeigen im Bezirk, 200 davon aufgrund von Missachtung von Ausgangsbeschränkungen oder Betretungsverboten.