Chefs saugten eigene Firma mit Scheingeschäften aus

Erstellt am 30. November 2022 | 04:50
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Foto: New Africa, Shutterstock.com
Mehr als 400.000 Euro zweigten zwei Geschäftsführer aus einer Baufirma im Bezirk Oberwart ab. Jetzt wurden sie verurteilt.
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Im Jahr 2017 waren ein heute 34-jähriger und heute 42-jähriger Mann als faktische Geschäftsführer einer Baufirma mit Sitz im Bezirk Oberwart tätig gewesen.

Innerhalb dieses einen Jahres gewährten sich die beiden Chefs verdeckte Auszahlungen an sich selbst.

Der heute 34-Jährige, ein serbischer Staatsbürger mit Wohnsitz im Bezirk Oberwart, zweigte 155.000 Euro aus dem eigenen Unternehmen ab, sein Geschäftspartner sogar 250.000 Euro.

Die Auszahlungen erfolgten über Scheingeschäfte, dadurch „ersparten“ sich die Geschäftsführer die Kapitalertragssteuer, die sie eigentlich ans Finanzamt abführen hätten müssen.

Die beiden Männer sind wegen bereits erfolgter Verurteilungen zu Finanzvergehen beim Finanzamt erheblich verschuldet und vorbestraft.

Am Landesgericht Eisenstadt mussten sie sich in der Vorwoche wegen Abgabenbetrugs verantworten.

Die Männer bekannten sich reumütig schuldig.

Aufgeflogen war der Schwindel, als die Baufirma in Konkurs ging.

Die Geschäftsführer hatten nicht nur Scheingeschäfte abgewickelt, sondern auch Auszahlungen an Beschäftigte geltend gemacht, die es im Unternehmen gar nicht gab.

„Sie haben Abgabenhinterziehung betrieben“, hielt Richterin Karin Knöchl den Angeklagten vor. „Schwarzgeld nennt man das auf gut Deutsch“, fügte sie hinzu.

„Mir tut es leid“, sagte der 34-jährige Angeklagte.

„Strohfrau“ musste nach außen als Chefin auftreten

Beide Männer hatten eine Frau als offizielle Geschäftsführerin vorgeschoben, die bei der Polizei angab, eigentlich nur als Sekretärin tätig gewesen zu sein.

Am Landesgericht Eisenstadt wurde der 34-Jährige zu 50.000 Euro Geldstrafe verurteilt, und der 42-Jährige zu 100.000 Euro.

Da beide angaben, die Beträge wegen Geldmangels nicht zahlen zu können, werden sie die Ersatzfreiheitsstrafen im Ausmaß von zwei bzw. vier Monaten verbüßen müssen.

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