Das Land is(s)t vegan – in der Stadt ist's oft leichter. Eine vegane Lebensweise ist längst weit mehr als ein Trend. Aber warum lebt es sich in der Stadt als Veganer oft leichter?

Von Vanessa Bruckner und Laura Weingrill . Erstellt am 01. April 2017 (08:11)
BVZ, Weingrill
Zeigen, dass und wie es geht. Mäggi Kokta (links) und Karin Weingrill leben seit vielen Jahren vegan und hoffen, dass sich die Bedingungen für Gleichgesinnte am Land weiterhin verbessern.

Wer glaubt, dass es am Land einfacher ist, sich vegan, also rein pflanzlich zu ernähren, der irrt gewaltig. Denn wo das Gemüse wächst, ist das Schnitzerl noch immer König.

Veganismus ist eine Lebens- und Ernährungsweise, bei der jegliche tierische Produkte aus dem Speise- und Lebensplan gestrichen werden. Laut Studien eine gesunde Sache – aber keineswegs einfach zu leben, wenn man am Land wohnt. Man denke an die typischen burgenländischen Spezialitäten a la Martini Gansl oder Grammerlpogatscherl. Der Burgenländer in seiner Mehrheit ist definitiv ein „eingefleischter“.

Vegane Produkte am Land oft Mangelware

Um auf dem Land Veganer zu sein, braucht man nicht nur eine starke Willenskraft, sondern auch eine Menge Durchhaltevermögen, weiß auch Mäggi Kokta, die sich vegan ernährt. Die Hobbyköchin, die sich selbst als Gemüsegartengräberin und Nachhaltigkeitsfreak bezeichnet, lebt seit 2011 ohne tierische Produkte. Rein vegane Produkte bekommt man oft nur in ausgewählten Läden. Ein Umstand, der Mäggie Kokta dazu anregte, selbst Initiative zu ergreifen.

Heute leitet sie Kochkurse für Veganer, schreibt Kochbücher zur veganen Ernährung und gründete vor einigen Jahren sogar einen Bio-Vegan-Versand in Neumarkt. Im Hinblick auf die derzeitige Situation für Veganer in der Region bemerkt sie: „Ich erkenne auf jeden Fall eine Tendenz zur Selbstversorgung, weil man viele Produkte ganz leicht selbst anbauen kann. Das ist ein positiver Aspekt.“

Vegane Gerichte in Gasthäusern oft nicht vorhanden

Wirft man einen Blick in die Speisekarten der heimischen Gasthäuser, sieht es recht „mager“ aus, wenn man ein veganes Gericht sucht.

„Vor fünf Jahren war es noch bei Weitem schwieriger etwas veganes im Gasthaus zu bestellen als heute“, weiß Karin Weingrill vom Gesundheitsressort Bad Tatzmannsdorf, die sich selbst seit ihrem 16. Lebensjahr vegetarisch und seit einigen Jahren vegan ernährt. Was Karin sich für die Zukunft wünscht? „Noch mehr Bewusstsein und Möglichkeiten für eine vegane Lebensweise.“