Elektriker schaute Kinderpornos an

Erstellt am 24. Juni 2022 | 04:13
Lesezeit: 3 Min
Gericht Prozess
Foto: shutterstock.com
223 Fotos und Videos mit kinderpornografischen Darstellungen wurden auf Handys und einem Laptop des Angeklagten aus dem Bezirk Oberwart gefunden. Das Urteil: Er bekam sechs Monate auf Bewährung.
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Wegen des Besitzes von kinderpornografischem Material stand ein 32-jähriger Elektriker aus dem Bezirk Oberwart vorige Woche vor Richterin Doris Halper-Praunias.

US-amerikanische Behörden hatten unter der von ihm benützten IP-Adresse verdächtige Dateien gefunden und die österreichische Kriminalpolizei verständigt.

Diese führte in der Wohnung des Mannes eine Hausdurchsuchung durch, bei der auf zwei iPhones und einem Apple MacBook insgesamt 223 Fotos und Videos mit kriminellen Darstellungen von Kindern gefunden wurden.

Diese Dateien soll sich der Angeklagte von April 2021 bis Februar 2022 im Internet beschafft und zum Teil an andere Personen weitergeleitet haben.

„Wie kam es dazu?“, wollte die Richterin wissen.

„Ich bekam das auf Instagram“, sagte der Angeklagte. „Und wieso?“, hakte die Richterin nach.

„Ich hatte nicht darum gebeten“, behauptete der Angeklagte. Er habe das Material „plötzlich und unaufgefordert“ von Unbekannten bekommen.

Eigentlich interessiere er sich „dafür“ gar nicht.

„Das ging über zehn Monate so!“, wunderte sich die Richterin über diese Verantwortung. Auch könne sie nicht verstehen, dass der Angeklagte auf drei Geräten Kinderpornografie abspeicherte, ohne daran interessiert gewesen zu sein.

Nach Rücksprache mit seinem Anwalt bekannte sich der Elektriker zu allen Vorwürfen schuldig. Er wolle zu den Details aber nichts mehr sagen.

Bei der Hausdurchsuchung hatte die Polizei bei dem Angeklagten auch eine kleine Menge Cannabis gefunden. Der Mann gab zu, die Drogen in Ungarn besorgt und über die Grenze nach Österreich gebracht zu haben.

32-Jähriger hatte auch Drogen geschmuggelt

Daher wurde er auch wegen des Drogenschmuggels angeklagt. Die Richterin sprach den Mann schuldig und verurteilte ihn zu sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung und 960 Euro Geldstrafe unbedingt. Handys und MacBook werden eingezogen.

„Es tut mir leid. So etwas werde ich nicht mehr machen“, sagte der Angeklagte und nahm das Urteil an.

„Es muss Ihnen klar sein, dass Sie die sechs Monate absitzen müssen, wenn so etwas noch einmal vorkommt“, warnte ihn die Richterin.

Außerdem drohe dem Mann in diesem Fall eine weitere Strafe.

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