Erpressung statt Sex: Frau verurteilt. Eine bereits achtfach vorbestrafte 33-jährige Frau muss aufgrund ihrer neuerlichen Straftat, wegen versuchter Erpressung, voraussichtlich ins Gefängnis.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 22. Dezember 2018 (05:25)
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Frau muss wohl hinter Gitter
APA (Gindl)

Im Alter von 20 Jahren war die heute 33-jährige Angeklagte erstmals verurteilt worden - wegen eines Drogendelikts. Daran schlossen sich weitere Verurteilungen, z. B. wegen Betrugs oder Körperverletzungen an.

Vorige Woche stand die beschäftigungslose Frau neuerlich vor Gericht. Von Richterin Doris Halper-Praunias zu ihren Vermögensverhältnissen befragt, gab die Angeklagte an, dass sie mit 100.000 Euro verschuldet sei. Ein Finanzloch, das durch Bestellungen im Internet und nicht bezahlte Handyverträge entstanden sei, so die Frau. Angeklagt wurde sie wegen des Tatbestandes der versuchten Erpressung.

Frau drohte mit Anzeige bei Polizei

Am 15. Oktober 2018 hatte sie einen 76-jährigen Pensionisten getroffen und ihm Sex gegen Geld angeboten. Angeblich lehnte er dieses Angebot ab. Auf die Bezahlung wollte die 33-jährige Frau aber nicht verzichten: „Ich habe Geld gebraucht und sagte, er soll es mir geben“, gab die Angeklagte im Zuge der Gerichtsverhandlung zu.

Ihrer Forderung nach 400 Euro verlieh sie mit einer Unterstellung Nachdruck. Sie behauptete, „etwas“ über den Mann zu wissen, das werde sie der Polizei mitteilen. Dadurch versuchte sie den Geldbetrag zu erpressen.

Der Pensionist ging auf diese Drohungen jedoch nicht ein. Dennoch habe die Angeklagte „vehement“ auf ihrer Forderung bestanden, berichtete Staatsanwalt Christian Petö. Verteidiger Claus-Peter Steflitsch verwies darauf, dass sich seine Mandantin immerhin vier Jahre lang wohlverhalten habe. Dann sei dieser Vorfall in einem „Milieu, wo derartige Äußerungen leichter über die Lippen kommen als anderswo“ passiert.

„Ich werde schauen, dass ich mein Leben ändere“, versprach die Angeklagte. Die Richterin verurteilte sie wegen des Verbrechens der Erpressung zu acht Monaten Haft, davon sechs Monate bedingt. Außerdem muss die Frau zwei Monate aus einer früheren, bedingt verhängten Strafe im Gefängnis verbüßen.

„Irgendwann ist Schluss mit bedingten Strafen!“

„Irgendwann ist Schluss mit den bedingten Strafen!“, ermahnte die Richterin die Angeklagte.

Diese bat um Bedenkzeit, während der Staatsanwalt sofort Berufung gegen das aus seiner Sicht zu milde Urteil anmeldete. Das Urteil ist somit nicht rechtskräftig.