Familienvater angeklagt: 16-Jährigen wegen Lärm mit Messer bedroht?

Freispruch im Zweifel: Familienvater soll jungen Mopedfahrer mit Stanleymesser angehalten haben.

Erstellt am 12. November 2021 | 05:36
Gerichtssaal Symbolbild
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Foto: shutterstock.com/Salivanchuk Semen

Ärger gab es in einer Gasse im Bezirk Oberwart im Sommer. Immer wieder fuhren Mopedfahrer abends auf und ab und gaben lautstark Gas. Das missfiel einem 35-jährigen Familienvater, der einen der Mopedlenker, einen 16-jährigen Burschen, am 24. August 2021 zur Rede stellte.
Danach ging der Jugendliche zur Polizei und behauptete, der Erwachsene habe ihm ein Stanleymesser mit ausgefahrener Klinge an den Hals gehalten.

Deshalb musste sich der Familienvater in der Vorwoche vor Richterin Karin Lückl verantworten. „Die Mopedfahrer machten Terror. Sie blieben vor unserem Haus stehen und gaben Vollgas“, berichtete der Angeklagte. Immer wieder seien seine kleinen Kinder aufgewacht und danach schwer zu beruhigen gewesen. Deshalb habe er auf eine Situation gewartet, um mit den Mopedfahrern ein klärendes Gespräch zu führen. Eine solche Situation ergab sich am 24. August. Einer der Lenker, ein 16-jähriger Jugendlicher, sei vor seiner Einfahrt gestanden, so der Angeklagte, und habe Vollgas gegeben.

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„Hör auf, Vollgas zu geben!“

„Mit schärferem Ton sagte ich, jetzt ist Schluss, hör auf, Vollgas zu geben, stell dein Moped ab und komm mit“, berichtete der Angeklagte. Dann habe er dem Burschen erklärt, warum der Mopedlärm so unangenehm sei. „Für mich war es so, dass er es verstanden hatte und das nicht mehr machen würde“, erinnerte sich der Angeklagte. Ein Stanleymesser habe er nicht in der Hand gehabt.

Er habe sich geweigert, seinen Nachnamen zu nennen, da habe ihm der Angeklagte das Messer an den Hals gehalten, berichtete hingegen der 16-Jährige vor Gericht. „Das war ein Stanleymesser, ein gelbes.“ Danach sei er dem Angeklagten in den Hof des Anwesens gefolgt. Von dem Gespräch dort gibt es eine Videoaufzeichnung ohne Ton, die im Gerichtssaal gezeigt wurde. Ein Messer sei dabei nicht zu sehen, erklärte die Richterin.

Aufgrund widersprüchlicher Angaben des mutmaßlichen Opfers und einer Augenzeugin, die den Burschen damals zu Fuß begleitet hatte, sprach sie den Angeklagten im Zweifel frei. Sie verstehe nicht, so die Richterin, warum die Bekannte des 16-Jährigen nichts unternommen habe, um ihrem Freund zu helfen. Somit stehe Aussage gegen Aussage, das reiche für eine Verurteilung nicht.