Freud und Leid: Bezirksparteichefs zum Wahlausgang

Erstellt am 06. Oktober 2022 | 05:55
Lesezeit: 4 Min
Die ÖVP jubelt über das beste Bezirksergebnis, die SPÖ sieht einen Beitrag zum Gesamterfolg. Die FPÖ verliert mehr als die Hälfte ihrer Mandate, die Grünen sind nur mehr in Oberschützen vertreten. MFG und Klartext punkten nicht.
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Die ÖVP kann im Bezirk die einzigen Zuwächse im Land verzeichnen (+0,63 Prozent). Mit einem Plus von 3,21 Prozent hat man seitens der SPÖ aber mehr als drei Mal so viele Stimmen, wie die ÖVP, dazugewinnen können. Ein Erfolg für beide „Großparteien“.

Für SPÖ-Bezirksparteivorsitzenden Landeshauptmann Hans Peter Doskozil ist das Bezirksergebnis ein „wesentlicher Beitrag zum Gesamterfolg der SPÖ.“ Der Verlust von zwei Bürgermeister, spricht Doskozil Schandorf und Bad Tatzmannsdorf an, schmerze, dem stehen aber starke Ergebnisse in Oberwart, Rechnitz, Rotenturm und Unterkohlstätten gegenüber.

In Hannersdorf freut man sich über die Mehrheit im Gemeinderat, die man zurückgeholt hat, „ebenso in Loipersdorf-Kitzladen, wo in der Stichwahl die realistische Chance besteht, wieder den Bürgermeiter zu stellen“, so Doskozil, der sich bei den Kandidatinnen und Kandidaten für den großartigen Einsatz bedankt.

Für VP-Bezirkschef Georg Rosner, der in Oberwart zwar die Absolute abgeben musste, sich aber wieder den Bürgermeistersessel sicherte, steht das „beste Bezirksergebnis im Land“ für die solide Arbeit der VP-Funktionäre. „Es ist schon eine Freude, wenn man im Bezirk des Landeshauptmannes so gut abschneidet und sowohl Mandate, als auch Bürgermeister dazugewinnt“, so Rosner. Groß ist die Freude aber auch über die gewonnen Vizebürgermeister in Bernstein, Stadtschlaining und Mariasdorf sowie die zugunsten der VP gedrehten Gemeinde Neuhodis.

Wenig erfreulich lief es für die FPÖ. Für Bezirkschef Markus Wiesler eindeutig der „fehlende Regierungsbonus.“ „Mit dem Ergebnis kann man nicht zufrieden sein, zu viel Rot, macht das Burgenland tot“, neckt er in Richtung SPÖ. Seitens der Partei wolle man das Ergebnis in den nächsten Tagen analysieren und möglicherweise auch Konsequenzen ziehen, hält sich Wiesler noch zurück.

Für die Grünen gab es im Bezirk ebenso wenig zu holen. In Pinkafeld und Oberwart ist man nicht mehr angetreten, in Weiden bei Rechnitz hat man den Einzug nicht geschafft, in Großpetersdorf um eine Stimme versäumt. Mit Bezirkschef Wolfgang Spitzmüller stellt man den einzigen Gemeinderat in Oberschützen. „Das Ergebnis in Großpetersdorf ist schicksalhaft, in Oberschützen werde ich weiter versuchen, Grüne Themen umzusetzen. Für die Zukunft aber brauchen wir vor allem Leute, die es sich auch zutrauen in der ersten Reihe zu stehen, aber da bin ich guter Dinge“, meint Spitzmüller.

Deutlich unter den Erwartungen ist der Wahltag auch für die neue Liste Klartext von Herbert Adelmann gelaufen. Das Wahlkampfziel, ein Mandat in jeder Gemeinde zu holen, wo man angetreten ist, wurde versäumt. „Vorwerfen können wir uns nichts, aber es braucht Zeit sich zu etablieren und Vertrauen zu gewinnen und das wollen wir bis zur Landtagswahl schaffen“, erklärt Adlemann.

Punkten konnte auch die MFG nicht, die den Einzug in allen Gemeinden verfehlte. Landesvorstand Helmut Eller, der in Oberschützen kandidierte, ist nach Differenzen auf Bundesebene aus der Partei ausgetreten. Das Bezirksergebnis wolle er nicht kommentieren.

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