Frostentschädigungen: Winzer sehen Nachteil. Burgenländische Winzer erhalten geringere Zahlungen als ihre Kollegen aus der Steiermark. Büro von Landesrätin verweist auf interpretierbare Bundesrichtlinien.

Von Michael Pekovics. Erstellt am 11. Mai 2017 (05:32)
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Aktuelle Lage. Landesrätin Verena Dunst machte sich bei der Familie Nikles in Kukmirn ein Bild der Auswirkungen der jüngsten Frostnächte. Die Entschädigungen des Vorjahres stehen jetzt in der Kritik.
BVZ, zVg

Der Frust und Ärger bei den südburgenländischen Winzern ist seit den Frostereignissen des Vorjahres groß. Und bei einigen wird er auch nicht kleiner, angesichts der ihrer Meinung nach zu geringen Entschädigungszahlungen durch das Land (siehe dazu auch Artikel auf Seite 3).

Im Gespräch mit der BVZ beschwert sich Winzer Hans Polczer, der anstatt des bei 35.000 Euro gedeckelten Höchstbetrages nur rund 17.000 Euro erhalten hat, über „Behördenwillkür“: „Laut der Auskunft des Ministeriums ist die burgenländische Abrechnung falsch, die Winzer in der Steiermark und in Niederösterreich erhalten das Doppelte an Entschädigungen.“ In dieselbe Kerbe schlägt der burgenländische Bauernbund Präsident Josef Prantl, der ebenfalls ein „richtlinienwidriges Berechnungsmodell“ als Grund für die geringeren Auszahlungen ortet.

„Kein einziger Winzer wird im Burgenland schlechter gestellt als in anderen Bundesländern."

Aus dem Büro der zuständigen Landesrätin Verena Dunst (SPÖ) heißt es, dass zwei Dinge bei der Berechnung im Vordergrund gestanden seien: Versicherte Betriebe durften nicht schlechter gestellt werden als unversicherte und die Entschädigungen der Hagelversicherung für Frost und Hagel waren mit einzuberechnen: „Kein einziger Winzer wird im Burgenland schlechter gestellt als in anderen Bundesländern. Es ist auch nicht bekannt, wie anhand der vorliegenden Richtlinie rechtskonform anders hätte ausbezahlt werden können.“

Im Landwirtschaftministerium kennt man die Problematik, weil sich bereits einige burgenländische Winzer gemeldet haben, aber offiziell bekannt ist nichts: „Es hat nie eine Anfrage aus dem Burgenland dazu gegeben.“ Eine Kürzung bei der Höchstgrenze je Betrieb sei gemäß der Sonderrichtlinie jedenfalls nicht vorgesehen, etwaige Kürzungen aufgrund einer Nichtversicherung beziehen sich auf die Entschädigungsbeiträge je Kultur.