Gastro-Öffnung: Wie schmeckt die Freiheit?

Überwiegt die Vorfreude auf Gaumenschmaus und Geselligkeit, oder vergeht einem der Appetit, aufgrund der strengen Covid-Auflagen? Die BVZ hat sich umgehört.

Erstellt am 20. Mai 2021 | 04:43

Gestern (Anm. Mittwoch, nach Redaktionsschluss) öffneten die Lokale, allerdings mit strengen Auflagen. Man muss getestet, geimpft oder genesen sein, um endlich wieder ein kühles Blondes oder das heiß geliebte Schnitzerl im Wirtshaus genießen zu können. Außerdem muss sich jeder Gast registrieren. Eine Herausforderung für alle Beteiligten, sowohl in der Gastronomie als auch für deren Gäste.

Bei Michael Postmann aus Riedlingsdorf beispielsweise überwiegt die Freude auf ein Glas Prosecco, einen Espresso und ein süßes Stück Kuchen in Gesellschaft definitiv: „Ich hab mich schon wahnsinnig auf die Öffnung der Gastronomie gefreut. Als Stammgast haben mir die ‚Einkehrschwünge‘ während meiner Radtouren schon sehr gefehlt“, sagt der Geschäftsmann, der aber auch zugibt: „Natürlich bleibt auch ein kleines, bisserl ein mulmiges Gefühl, ob sich denn auch wirklich alle an die Vorschriften halten, damit wir nicht gleich wieder kritische Infektionszahlen haben, aber Letztenendes überwiegt die Freude ganz klar“, so der Riedlingsdorfer.

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Zwei Ortschaften weiter wundert sich wiederum Dominik Benkö „ein bisserl über mich selbst, dass ich heute so anders denke“, lacht der 35-jährige Kitzladener, der bis vor Beginn der Corona-Pandemie oft und gerne Stammgast war. „Anfangs war es schon schwer, nicht mehr fortgehen zu können und Freunde zu treffen, aber knapp ein Jahr später, muss ich ehrlich gestehen, dass es mir nicht mehr abgeht, an einer Bar zu sitzen. Im Gegenteil, ich genieße es heute viel mehr, zuhause bei einem gemütlichen Glas Wein mit meiner Frau den Abend ausklingen zu lassen. Mir fehlt bei all den Auflagen die Spontanität. ‚Hol ma uns gach noch wo an Kaffee‘, das spielt´s so nicht mehr und da vergeht mir die Freude dran,“ bringt es Benkö auf den Punkt.

Öffnung wichtig für die Betriebe und Gäste

In Bernstein freut man sich ebenfalls bereits auf den Neustart. Andreas Roth, Chef vom Gasthaus Pannonia Roth, meint dazu: „Es ist wichtig, dass wir endlich wieder aufsperren dürfen. Egal, wie groß die Vorschriften sind. Wir haben damit kein Problem, unser Haus ist groß genug.“ Wichtig ist aber, dass sich vorab die Gäste, die zu ihm ins Lokal kommen möchten, registrieren, das sollte seit gestern, Mittwoch, auch schon über die Wirtschaftskammer möglich sein. Wer keinen negativen Test vorweisen kann, bekommt übrigens keinen Zutritt zum Gasthaus Pannonia. „Wir sind da sehr streng, nur so können wir die Pandemie in den Griff bekommen“, sagte Roth.

In Stadtschlaining freut man sich über die Öffnungen in der Gastronomie und dass vermehrt Besucher kommen. „Vor allem für den Tourismus ist es wichtig, dass Gastro und auch Hotels wieder öffnen dürfen“, erklärt Werner Glösl von der Gemeinde. Rechtzeitig vor dem Sommer ist Flanieren am Hauptplatz vor der Burg möglich.

Auch in „Mizzi’s Wirzhaus“ in Litzelsdorf freut man sich über die Öffnung. „Die Freude darüber, dass wir endlich wieder öffnen und Gäste empfangen können, ist natürlich groß. Es wird aber auch eine Herausforderung, sämtliche Maßnahmen einzuhalten. Wir schätzen uns aber glücklich, dass wir einen großen Gastgarten haben,“ so Wirtin Petronella Schuster. Auch der bereits pensionierte, ehemalige Postenkommandant Adi Kalchbrenner aus Großpetersdorf teilte seine Meinung zur Gastro-Öffnung: „Ich gehe für mein Leben gerne ins Gasthaus und Café und genieße es, dort viele soziale Kontakte zu pflegen. Ich habe daher sehnlichst auf die Öffnung der Gastronomie gewartet, ich finde jedoch, dass die Auflagen eine Schikane für das Gastgewerbe und natürlich auch die Kunden sind.“