Eklat nach Osterfeuer und Anrainer-Protest. Anrainer protestierte gegen Feuer, verlangte Feuerwehreinsatz und soll Feuerwehrmann mit seinem Auto gerammt haben. Kein Urteil – Prozess wurde vorerst vertagt.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 25. Januar 2017 (05:18)
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Nach Osterfeuer im Bezirk Oberwart eskalierte die Situation...
BVZ

Von Anfang an hatte sich der 48-jährige Mann im Vorjahr über das Brauchtumsfeuer in einer Ortschaft im Bezirk Oberwart geärgert, weil er sich durch den Rauch belästigt fühlte, der dadurch entstanden sei, dass „Grünschnitt“ verbrannt worden sein soll.

Im Vorhinein habe er daher versucht, das Feuer durch eine Anzeige zu verhindern. Das Osterfeuer wurde trotzdem abgebrannt, am Ostersonntag, dem 27. März 2016, verständigte der Angeklagte die Polizei darüber, dass immer noch Qualm wahrzunehmen sei.

Die Feuerwehr rückte aus, der Angeklagte ebenfalls. Mit seinem Handy filmte er die folgenden Aktivitäten mit. Strafrechtlich vorgeworfen wird ihm, dass er nach einer verbalen Auseinandersetzung in sein Auto gesprungen sei, und mit erheblicher Geschwindigkeit auf einen betagten Feuerwehrmann zugefahren sein soll.

Auf Feuerwehrmann im Löscheinsatz zugerast?

Dieser soll versucht haben, sich durch einen Sprung zur Seite in Sicherheit zu bringen, er soll aber trotzdem vom Auto des Angeklagten erfasst und am Bein verletzt worden sein.

„Wo kommen wir da hin, wenn Menschen einfach auf Feuerwehrleute im Löscheinsatz zufahren!“, mahnte Rechtsanwalt Claus-Peter Steflitsch, der das mutmaßliche Opfer und dessen Schadenersatzansprüche vertritt. „Zum Glück ist nicht mehr passiert!“, fügte Steflitsch hinzu.

Richter Wolfgang Rauter wunderte sich über die 13 Vorstrafen des durchaus seriös wirkenden Angeklagten. „Die meisten davon passierten vor 2000, damals war ich ein Lebemann“, erklärte der Angeklagte. Er habe sich gewandelt, Gott gefunden und versucht, ein Leben im Einklang mit dem Gesetz zu führen. Die ihm vorgeworfene Tat habe er nicht begangen.

Er sei vor dem schwelenden Osterfeuer von einem Feuerwehrmann geschlagen und als „Sektentyp“ bezeichnet worden. Einer der Anwesenden habe die Hose hinuntergelassen und ihm „das Gesäß gezeigt“. Der Richter befragte einige Zeugen. Die Feuerwehrleute berichteten, der Angeklagte sei nervös gewesen und habe durch sein Verhalten den Einsatz gestört. Der Prozess wurde vertagt.