Nach Unfall einfach weggefahren!. Führerschein-Neuling brachte am Zebrastreifen Schülerinnen zu Sturz. Danach beging die 18-Jährige Fahrerflucht - Prozess.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 11. Februar 2017 (05:43)
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Gerade einmal einen Monat lang besaß ein 18-jähriges Lehrlingsmädchen aus dem Bezirk Oberwart den Führerschein, als sie am 18. Oktober 2016 am Weg in die Arbeit mit ihrem Auto auf einem Zebrastreifen vor einer Schule zwei 15-jährige Schülerinnen rammte ( BVZ.at hatte berichtete, siehe hier und ganz unten). Danach blieb die unerfahrene Lenkerin nicht etwa stehen und kümmerte sich um die Verletzten, sondern fuhr weiter zu ihrem Arbeitsplatz.

„Da bekam ich noch mehr Panik!“

Vor zwei Wochen musste sich die junge Frau wegen grob fahrlässiger, teils schwerer Körperverletzung und Imstichlassen der Unfallopfer vor Jugendrichterin Gabriele Nemeskeri verantworten.

„Ich bekenne mich schuldig“, sagte die Angeklagte. Sie sei im Schritttempo über den vor einer Schule befindlichen Zebrastreifen gefahren und habe die Schülerinnen, die sich noch am Schutzweg befanden, nicht gesehen. Sie habe einen Knall gehört, aber geglaubt, es handle sich „nur“ um eine Sachbeschädigung. Dass der rechte Außenspiegel fehlte, habe sie erst am Arbeitsplatz bemerkt.

„Da bekam ich Angst, weil ich wusste, dass da mehr passiert sein musste“, sagte die junge Lenkerin. Außerdem habe ihr Arbeitskollege, der denselben Weg nimmt, von einem Unfall vor der Schule berichtet. „Da bekam ich noch mehr Panik!“, berichtete die Angeklagte. Eine der Schülerinnen, die sie niedergestoßen hatte, erlitt einen Oberschenkelbruch, der operativ behandelt werden musste, die andere Prellungen am Bein.

„Es tut mir sehr leid. Ich werde jetzt immer schauen beim Fahren“, entschuldigte sich die Lenkerin im Gerichtssaal bei den Unfallopfern. „Als Führerscheinneuling muss man besonders aufpassen“, ermahnte die Richterin die Angeklagte.

Weil sich diese reuig zeigte und bereit erklärte, an die schwerer verletzte Schülerin 500 Euro Schmerzensgeld zu bezahlen, bot die Richterin der Frau eine Diversion an: Wenn diese 60 Stunden gemeinnützige Leistungen erbringt, wird das Verfahren eingestellt.