Hilfsaktion für Erdbebenopfer in Kroatien

Die Pfarrcaritas Pinkafeld rief zu Sachspenden für die Nachbarn in Not auf. Im Bezirk Oberwart sammelte man Hilfsgüter und brachte diese sogar persönlich nach Kroatien.

Vanessa Bruckner Erstellt am 19. Januar 2021 | 06:38

So geht Nachbarschaftshilfe! Auch die Gemeinden Dürnbach/Schachendorf, Pinkafeld und Unterwart haben seit den verheerenden Erdbeben im Nachbarland Kroatien für die Opfer in den stark betroffenen Städten Petrinja, Sisak und Glina gesammelt.

Innerhalb weniger Tage haben vor allem Privatpersonen aus den heimischen Ortschaften eine beachtliche Sammlung von Heizkörpern, Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Matratzen und Winterbekleidung zusammengetragen. Die Hauptorganisation übernahm die Pfarrcaritas Pinkafeld. In Dürnbach kümmerte sich das Ehepaar Kovacevic um die Annahme der Spenden. In Unterwart wurde die Sammelstelle bei Bürgermeisterin Klara Liszt eingerichtet.

„Die Spendenbereitschaft der Burgenländer ist unfassbar. Binnen zwei Wochen hatten wir so viel Material beisammen, dass wir bei der ersten Fahrt in die Erdbebengebiete gar nicht alles mitnehmen konnten“, so die Ortschefin. Organisiert hat den Spendenaufruf in Unterwart Marijana Klopotan, die heute zwar in Unterwart lebt, aber ursprünglich aus dem Katastrophengebiet stammt. „Sie möchte mit dieser Aktion ihre Landsleute vor Ort unterstützen. Viele haben ihr ganzes Hab und Gut verloren.“

Covid-Tests und Polizeieskorte

Die gesammelten Pakete wurden vergangenen Samstag verladen und dann ging es im Konvoi mit rund 25 Fahrzeugen und Anhängern Richtung Kroatien.

Mit dabei war auch die Schachendorfer Feuerwehr und Jugend. Stefan Resetar, Obmann der Jugend Schachendorf-Dürnbach berichtet: „Wir wurden zuvor alle auf Covid-19 getestet und dann ging es mit dem Auto Richtung Grenze. Von dort hat uns dann die kroatische Polizei abgeholt. Außerdem waren wir in den Fahrzeugen mit Funkgeräten ausgestattet, so hat die Kommunikation während der sechsstündigen Fahrt immer gut funktioniert.“

Resetar berichtet außerdem von eingestürzten Dachstühlen, baufälligem Mauerwerk, laufenden Nachbeben in der Krisenregion und von „der Dankbarkeit der Erdbebenopfer. Wir haben viele Sachspenden gleich direkt an Familien und Haushalte geliefert.“