Hilfsprojekte in Nepal: „Es ist einfach faszinierend“

Erstellt am 13. Februar 2022 | 14:42
Lesezeit: 4 Min
Zwei, die das Fernweh packte. Lorenz Koller und Theresa Kern verbindet aber noch viel mehr... Sie wollen Kinder in einem der ärmsten Länder der Welt unterrichten.
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Nach dem Studium die Welt kennenlernen, gutes Tun, Erfahrungen sammeln. Lorenz Koller aus Grafenschachen und Theresa Kern, eine gebürtige Markt Allhauerin haben sich diesen Traum erfüllt. Zwei unterschiedliche Persönlichkeiten mit verschiedenen Geschichten, die eines verbindet: Viel Mut, Abenteuerlust und ein großes Herz für andere.

Lorenz Koller ist 24 Jahre jung, hat schon früh gemerkt, dass es im „daugt“ mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. Er war als Skilehrer auf den heimischen Pisten unterwegs und brachte seinen Schützlingen die Leidenschaft für Fußball näher. Nach der Matura stand für ihn fest: Er möchte auch zukünftig unterrichten. Englisch und Geografie waren die Fächer seiner Wahl und nach einigen Semestern stand Lorenz bereits als Vertretungslehrer im Klassenzimmer. Über Freunde erfuhr er dann von dem Projekt ChildVision das in Nepal, einem Land, das 2015 von einem schweren Erdbeben getroffen wurde, Schulen aufbaut. Den dort lebenden Kindern soll so aus der vorherrschenden Armut geholfen werden. Für Lorenz war sofort klar: Da will ich auch hin und helfen. Und wenn der Lorenz sich so eine Idee in den Kopf setzt, dann zieht er diese auch durch. Das war auch seiner Familie klar und sie unterstütze den 24-Jährigen von Anfang an bei seinem Vorhaben. Im November gings dann im Flieger ab nach Nepal. Dort besuchte Lorenz zuerst den Norden des Landes, um dort zu wandern. Dann hieß es für den Grafenschachener: Ab in den Süden. Dort unterrichtet er jetzt bis Ende Februar in einer von ChildVision, in Slums, also den armen Vierteln aufgebauten Schule Englisch.

„Die, die am wenigsten haben geben am meisten.“

„In den Slums gibt es kein fließendes Wasser, ein Großteil der Kinder arbeitet, Mädchen werden teilweise mit 12 Jahren verheiratet,“ berichtet Lorenz von der Situation vor Ort. Trotz der riesigen Armut schlug dem Grafenschachner eine extreme Gastfreundschaft entgegen: „Die die am wenigsten haben geben am meisten. Wir haben erst vor kurzem Zettel aufgedruckt und den Kindern jeweils ein weißes Blatt Papier gegeben, sie haben sich „die Haxen ausgefreut“ endlich zu Hause schrieben und malen zu können. Es ist faszinierend wie glücklich diese Menschen sind obwohl sie so wenig haben,“ so Koller. Im März wird dieser auch die „Burgenlandschule“ vom Wolfauer Extrembergsteiger Hans Goger besuchen.

Dort zieht es auch Theresa Kern, eine gebürtige Markt Allhauerin hin. Sie plant, die Schule im Sommer zu besuchen, um dort zu unterrichten. Theresa ist 23 Jahre alt, Volksschullehrerin und mindestens genauso gerne in der Welt unterwegs wie Lorenz. Derzeit unterrichtet sie in Frankreich, möchte im Sommer aber unbedingt nach Nepal. Wie Theresa von der „Burgenlandschule“ erfahren hat? „Als ich in die Mittelschule ging, hat Hans Goger einmal einen Vortag bei uns gehalten. Nachdem ich dann von seiner Burgenlandschule erfahren habe, war für mich klar, da will ich auch hin. Dann habe ich den Hans angerufen und meine Hilfe angeboten,“ erzählt Theresa. Lorenz hat Theresa jetzt schon einen Rat für ihre Reise mitgegeben: „Viel Geduld mitbringen und am wichtigsten: Einen guten Schlafsack, viele Häuser haben nämlich keine richtigen Fenster,“ schmunzelt Lorenz.

Wo es die beiden nach ihrem Nepal-Aufenthalt hinzieht, wissen sie noch nicht genau. „Ich kann mir aber auf jeden Fall vorstellen, dass ich alle gesammelten Erfahrungen auch gut gebrauchen kann, wenn ich einmal in Österreich unterrichten möchte,“ so Lorenz Koller abschließend.

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