Kinderpornos: Strafe bewirkte nichts

Bezirk Oberwart: 53-jähriger Mann suchte nach Verurteilung neuerlich im Internet nach Kinderpornos. Er muss neun Monate Haft verbüßen.

Elisabeth Kirchmeir Erstellt am 15. Januar 2021 | 05:24
Gericht Symbolbild
Foto: APA (Symbolbild)

Im Mai 2020 hatte der 53-jährige geschiedene Vater eines Jugendlichen vor Gericht beteuert, Facebook sei für ihn „kein Thema mehr“, er habe weder Handy noch Internet.

Richterin Doris Halper-Praunias verurteilte ihn damals wegen des Besitzes kinderpornografischer Darstellungen zu vier Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung und 1.440 Euro Geldstrafe.

 „Vielleicht war es ein Fehler, dass ich nicht viel geredet habe. Ich habe immer alles reingefressen.“ Der angeklagte 53-jährige Mann vor dem Gericht.

 Und sie warnte ihn: „Sollte so etwas wieder vorkommen, müssen Sie damit rechnen, dass Sie ins Gefängnis kommen.“ Weder diese Warnung, noch die verhängten Strafen hielten den Mann davon ab, sich wieder in einschlägigen Internetgruppen zu betätigen. Neuerlich wurden auf seinem Smartphone illegale Bilder mit kinderpornografischen Inhalten gefunden.

Ende November 2020 wurde der Mann in Untersuchungshaft genommen, vorige Woche stand er zum zweiten Mal vor Richterin Doris Halper-Praunias. Er habe sich, so der Angeklagte, nach der Trennung von seiner Lebensgefährtin eine Wohnung „drei Häuser weiter“ genommen, um mit seinem Sohn in Kontakt bleiben zu können. Eine neue Partnerin habe er nicht.

Wieder Kinderpornos heruntergeladen

Stattdessen fand er nach wie vor Gefallen an pornografischen Bildern von Buben. „Ich schaue mir so etwas gerne an“, gab er im Gerichtssaal zu. „Sie haben gleich weiter gemacht“, hielt die Richterin dem Angeklagten vor, und verurteilte ihn zu fünfzehn Monaten Freiheitsstrafe, davon zehn Monate bedingt. Zusätzlich zu den fünf Monaten unbedingt muss er die vier Monate aus der ersten Verurteilung im Gefängnis verbüßen.

Therapie verordnet und auch eingesehen

Außerdem erhielt der Angeklagte den Auftrag, sich einer Psychotherapie zu unterziehen, um seine perversen Neigungen in den Griff zu bekommen.

„Ich brauche unbedingt eine Therapie“, gab der Angeklagte zu. „Vielleicht war es ein Fehler, dass ich nicht viel geredet habe. Ich habe immer alles reingefressen“, erklärte der Mann, der beruflich im Leichenbestattungsgewerbe tätig ist. „Ich hoffe, dass das bei Ihnen fruchtet“, gab ihm die Richterin diesmal mit auf den Weg.