Pflichtschulen: „Betreuung ist sichergestellt“. In der ersten Homeschooling-Woche nutzten im ganzen Bezirk Oberwart rund zehn Prozent aller Schüler die Betreuungsmöglichkeit. In Pinkafeld ganz besonders viele.

Von Dorothea Müllner-Frühwirth. Erstellt am 27. November 2020 (05:52)
Die Maske gehört zum Schulalltag mittlerweile dazu
Die Maske gehört zum Schulalltag mittlerweile dazu
APA (dpa)

Das Burgenland ist das Bundesland mit der durchschnittlich niedrigsten Betreuungsquote in Zeiten des Distance Learning (Seite 3). Im Bezirk nutzten in der ersten Homeschooling-Woche rund 10 Prozent der Pflichtschüler (Volks- und Mittelschule sowie AHS-Unterstufe) die Betreuung in Schulen, wobei die durchschnittliche Betreuungsquote bei Volksschülern mit 18 Prozent höher war als bei Mittelschülern (4,7 Prozent). Von den 1.933 Volksschülern waren im Schnitt 358 in Betreuung, von den 1.246 Mittelschülern 59 und von den 836 AHS-Unterstufenschülern maximal 8. Dass das Distance Learning generell gut funktioniert, es aber dringend auch die Betreuung vor Ort braucht, zeigt das Beispiel Pinkafeld.

Pinkafeld: Vorbereitung hat sich ausgezahlt

Im Städtischen Kindergarten Pinkafeld kommen seit dem Lockdown rund 40 Prozent der Kinder zur Betreuung. „Wir sind bis jetzt gut durch die Krise gekommen. Es musste auch noch keine Gruppe gesperrt werden“, erzählt Kindergartenleiterin Stefanie Hofer. Für die Zeit danach wünscht sich das Team Normalität. „Die Kinder sollen eine Kindheit ohne Distanz, Abstand und Hektik erleben dürfen, mit sozialen Kontakten.“

In der Volksschule haben auch nach dem 16. November alle sechs Förderklassen (Sonderschule) geöffnet. Die Anwesenheit der Schüler liegt hier bei 90 Prozent. „Wir waren auf Distance Learning sehr gut vorbereitet. Es erfolgt zum großen Teil digital“, erklärt Direktor Franz Rienesl. In den meisten Klassen wird im Bereitstellen des Lernstoffes eine Mischform angeboten. Ein Teil wird digital abgehandelt, der andere Teil durch ein Abhol- und Bringsystem. In der ersten Woche haben in den anderen Klassen 30 Kinder das Betreuungsangebot angenommen, in der zweiten Woche sind es jetzt 35 Kinder. Zusätzlich wurden 20 Schüler mit speziellem Förderbedarf oder außerordentlichen Status aktiv angesprochen, den Betreuungsteil am Vormittag zu besuchen. Dies wird von rund 15 Kindern angenommen. Auch für außerordentliche Fälle ist man bestens gerüstet: „Wir sind flexibel, eine Betreuung ist immer sichergestellt“, verspricht Rienesl.

Auch die Mittelschule ist bis jetzt sehr gut durch die Krise gekommen. 10 bis 15 Prozent der Schüler nehmen hier das Angebot der Betreuung an. „Wir hoffen auf ein baldiges Öffnen nach dem Lockdown und sehnen uns nach einer Normalität im Schulalltag“, erklärt Direktor Rainer Tiefengraber. „Das Distance Learning funktioniert sehr gut, die Schüler wurden bestens darauf vorbereitet.“