Tempo-Strafe blieb 2,5 Jahre liegen. Verkehrsstrafe aus dem Winter 2014 blieb bis September 2017 unbearbeitet. Verdutzter Autofahrer erhielt während seiner Arbeit Anruf von Polizei: „Zahlen, sonst droht Haft.“

Von Michael Pekovics. Erstellt am 27. September 2017 (05:39)
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Lange Verfahrensdauer. Ende 2014 wurde ein Autofahrer in Graz geblitzt, im September 2017 meldete sich die Polizei bei ihm, warum er nicht zahlt.
BVZ

Eine Strafe wegen Schnellfahrens aus dem Winter 2014 sorgte im heurigen Herbst bei einem Autofahrer für Aufregung: Der Mann war Ende 2014 in Graz in einer 50er-Zone mit 70 km/h geblitzt worden, kurz darauf wurde ihm die Verkehrsstrafe in der Höhe von 65 Euro übermittelt.

„Ich weiß nicht mehr warum, aber auf den ersten Brief der Landespolizeidirektion Graz habe ich nicht reagiert oder ihn vergessen“, erzählt der Autofahrer, der anonym bleiben möchte, im Gespräch mit der BVZ.

Als sich der Mann nicht meldete, wurde der Fall von Graz aus an seine Wohnsitzbehörde, also die Bezirkshauptmannschaft Oberwart, abgetreten. Dort ließ man sich mit der Bearbeitung der Strafe jede Menge Zeit.

Polizei rief Mann am Arbeitsplatz an

Vergessen wurde sie aber nicht, denn vor Kurzem meldeten sich Beamte der Polizeiinspektion Pinkafeld beim Autofahrer. „Weil sie mich am Handy nicht erreichten, haben sie mich an meinem Arbeitsplatz angerufen und mir mitgeteilt, dass ein Verfahren anhängig ist und ich die Strafe zahlen muss, weil sonst Haft drohe“, sagt der Mann, der im ersten Moment gar nicht wusste, worum es geht.

Lange Verfahrensdauer. Ende 2014 wurde ein Autofahrer in Graz geblitzt, im September 2017 meldete sich die Polizei bei ihm, warum er nicht zahlt.
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Erst nach einem Anruf bei der Bezirkshauptmannschaft klärte sich auf, dass die Strafe nunmehr schon rund 2,5 Jahre zurückliegt. „Die Frage, ob ich mir jetzt mit meiner Zahlung auch 2,5 Jahre lang Zeit lassen darf, fand der Beamte eher weniger lustig“, erzählt der Autofahrer, dessen Strafe übrigens nach drei Jahren verjährt gewesen wäre.

„Ich verstehe schon, dass viele Behörden jede Menge zu tun haben. Aber dass eine Verkehrsstrafe für rund zweieinhalb Jahre liegenbleibt und nicht bearbeitet wird, verstehe ich nicht. So groß ist der Bezirk Oberwart auch wieder nicht.“