Unwetter: Feuerwehren waren im Dauereinsatz

Das Wochenende wurde für die Floriani zu einem Kraftakt. Im Bezirk waren zahlreiche Unwettereinsätze auf der Tagesordnung.

Erstellt am 20. August 2020 | 04:56
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Vom Starkregen und Hagel wurde kaum ein Fleck verschont. Häuser, Landwirtschaft, Straßen - selten blieb ein Stein auf dem anderen. Der Süden Österreichs ist am Montag, dem 17. August, erneut von starken Unwettern heimgesucht worden. „Starkregen und Hagel verwüsteten vor allem im Burgenland, in Kärnten und in der Steiermark Agrarflächen von rund 7.000 Hektar“, so die Hagelversicherung (ÖHV). Geschädigt wurden Wein-, Obst- und Gemüsekulturen sowie Acker- und Grünlandflächen.

Der Gesamtschaden dürfte laut ÖHV bei 2,5 Millionen Euro liegen. Betroffen waren im Burgenland vor allem die Bezirke Oberwart und Güssing. Der Schaden ist enorm.

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In Litzelsdorf kam es zu diversen Unwetterschäden und Hochwässern, welche unter anderem zur Verschmutzung des Trinkwassers führten. Die Wassergenossenschaft Litzelsdorf meldete am späten Abend, dass verschmutztes Wasser ins Trinkwasser gelangt sei und forderte die Einwohner auf, das Wasser nur in verlässlich entkeimten Zustand für Trinkzwecke zu verwenden.

Die Haushalte werden unverzüglich informiert, sobald das Wasser gereinigt, desinfiziert und behördlich nachuntersucht ist, verspricht die Wassergenossenschaft.

Ölaustritt in Garage mit abgestellten Oldtimern

Sogar der Schadstoffzug Süd wurde zu einem Schadstoffeinsatz nach Litzelsdorf alarmiert. Nach den schweren Regenfällen war neben zahlreichen Kellern auch das Kellergeschoss eines Einfamilienhauses betroffen, in welchem sich eine Oldtimerwerkstatt befand. Durch das rasche Eindringen von Hochwasser wurde das gesamte Kellergeschoss samt Oldtimer überflutet, wodurch gelagertes Öl austreten konnte. Bereits vor Eintreffen des Schadstoffzugs hatte die Feuerwehr Litzelsdorf den Keller soweit eingedeicht, dass das aufschwimmende Öl nicht unkontrolliert in die Umwelt austreten konnte. Nach dem Abdichten der Regenentwässerung wurden das gesamte Inventar sowie ein Oldtimer ins Freie gebracht und Ölbindemittel auf die Wasseroberfläche aufgetragen.

Anschließend wurde das gereinigte Wasser nach Absprache mit der Bezirkshauptmannschaft Oberwart über eine Ölsperre in den Schmutzwasserkanal abgepumpt. Durch diese gezielten Maßnahmen konnte ein noch größerer Schaden für die Hausbesitzer und die Umwelt verhindert werden.

Litzelsdorfs Bürgermeister Peter Fassl fasste die Lage zusammen: „Uns hat es sehr schwer erwischt. Viele Feld- und Schotterwege sind zerstört. Das Gemeindehaus ist im Keller überschwemmt worden. Rund 40 Privatadressen standen ebenfalls unter Wasser. Auch das Kanalsystem war völlig überlastet.“

In Jabing wurde die Freiwillige Feuerwehr aufgrund der heftigen Gewitter und den lokalen Überschwemmungen von der Freiwilligen Feuerwehr Neuhaus in der Wart zur Hilfeleistung angefordert. Sieben Mann waren mit Transportfahrzeug und Hochwasser-Rollcontainer rund vier Stunden im Einsatz.

In Woppendorf stürzte ein Baum auf eine Stromleitung und verkeilte sich zwischen einem Haus und anderen Bäumen. Die Feuerwehren aus Woppendorf und Großpetersdorf wurden zu diesem Einsatz alarmiert. Da die Lage sehr heikel war, musste planmäßig vorgegangen werden. Dazu wurde die Energie Burgenland zur Stromabschaltung hinzugezogen. Durch die gut überdachte Einsatztaktik der Feuerwehreinsatzkräfte konnte der Baum nach rund dreieinhalb Stunden ohne Schaden aus der schwierigen Konstitution entfernt werden.

Die Feuerwehren aus Großpetersdorf und Woppendorf waren mit insgesamt vier Fahrzeugen und 25 Einsatzkräften im Einsatz.