Wahlen: Mehr Damen für die erste Reihe

Erstellt am 19. Mai 2022 | 05:36
Lesezeit: 3 Min
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SP-Landesfrauenvorsitzende Astrid Eisenkopf und Bezirksfrauenvorsitzende Doris Prohaska (r.) mit den Bürgermeisterkandidatinnen Ingrid Ulreich (Oberschützen), Cornelia Marth (Deutsch Schützen), Christine Kotschar (Bad Tatzmannsdorf) und Renate Habetler (Bernstein).
Foto: Carina Fenz
„Mut machen“ und mehr Frauen für die Politik begeistern: Das ist das Ziel der Bürgermeisterkandidatinnen Ingrid Ulreich, Cornelia Marth, Christine Kotschar und Renate Habetler.
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Es ist schon eine besondere Atmosphäre, wenn nur Damen an einem Tisch sitzen. So auch bei der Präsentation der Bürgermeisterkandidatinnen, die für die SPÖ am 2. Oktober ins Rennen gehen. Eine, die viel zu erzählen hat, ist Bernsteins Bürgermeisterin Renate Habetler, aktuell einzige Bürgermeisterin im Bezirk.

Mit Unterwarts Ortschefin Klara Liszt, die an Hannes Nemeth übergeben hat, hat sie ihre einzige Mitstreiterin Ende des Vorjahres verloren und „auch, wenn wir unterschiedlichen Parteien angehören, war es schön, zumindest zu zweit als Frauen in der politischen Männerwirtschaft auftreten zu können“, erklärt Habetler, die vor allem die „soziale Absicherung von Frauen“ als großen Stolperstein für zukünftige Mitstreiterinnen in der Politik sieht.

„Um mehr Frauen in die Politik zu bekommen und die braucht es, weil wir eine andere Sichtweise auf viele Dinge haben, muss es eine bessere soziale Absicherung geben. Eine Frau macht als Politikerin den gleichen Job, wie ein Mann“, ist Habetler überzeugt. In ihrem Job als Bürgermeisterin ist ihr vor allem wichtig, viel zu bewegen und „das habe ich im Laufe meiner Amtszeit für meine Heimatgemeinde bewiesen.“

Auch Ingrid Ulreich, die sich im Jahr 1997 der Kommunalpolitik in ihrer Heimatgemeinde Oberschützen verschrieben hat und seit 2007 Vizebürgermeisterin ist, sieht ihre weibliche Handschrift als wichtigen Eckpfeiler. Für politikinteressierte Frauen hat sie eine Botschaft parat: „Es geht darum, Dinge anzupacken, die nicht gut laufen und es in der Hand zu haben, Sachen zum Positiven zu verändern“, erklärt Ulreich, die sich auch stolz, angesichts ihrer politischen Leistungen zeigt.

„Wir haben vor Jahren in Oberschützen die Kinderbetreuung komplett umgekrempelt und sind jetzt eine, der am besten ausgestattensten Gemeinden im Bezirk. Wir haben die Pflege auf neue Beine gestellt und Modelle geschaffen, um den Leuten zu ermöglichen, zu Hause alt zu werden“, spricht Ulreich die erst kürzlich ins Leben gerufene ARGE mit Bad Tatzmannsdorf an. Mit 58 Jahren ist aktuell das Thema Umwelt und Wasser, ihr „Projekt“ im Ort.

Eine, die von Null auf Hundert in die Gemeindepolitik einsteigt, ist Cornelia Marth aus Deutsch Schützen. Einerseits, „um Bürgern die Möglichkeit zu geben, jemand anderen zu wählen“, schmunzelt die gelernte Verkäuferin, „aber andererseits auch, weil es in Deutsch Schützen viele Themen gibt, die wichtig sind und liegenbleiben“, spricht Marth von fehlenden Busverbindungen, keiner Kinderkrippe im Ort oder dem Thema Pflege. „Aber bei uns macht sich auch niemand Gedanken darüber, was passiert, wenn das letzte Geschäft im Ort zusperrt. Da nützen die Buschenschänke und der florierende Weinbau den Einheimischen auch nicht viel“, wird Marth konkreter.

Großes politisches Interesse etwas anzupacken hat auch Pädagogin Christine Kotschar aus Bad Tatzmannsdorf. Seit 2007 im Gemeinderat ist sie aktuell Gemeindevorständin und als Frau davon überzeugt, mit viel „Herzblut und Elan“ die kommunale Vernetzung voranzutreiben und auch den Einheimischen in Bad Tatzmannsdorf in Zukunft wieder mehr zu bieten.

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