Willkommensstorch aus Wut zerstört

Erstellt am 19. März 2022 | 04:37
Lesezeit: 3 Min
Gericht Prozess Urteil Symbolbild
Foto: shuterstock.com/ Evlakhov Valeriy
19-Jähriger aus dem Bezirk ärgerte sich über seine Ex-Freundin, die ein Baby zur Welt gebracht hatte, und drohte mit Kalaschnikow.
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Er wisse nicht, ob er der Vater jenes Mädchens sei, das im August 2021 geboren wurde, sagte der 19-jährige Angeklagte vorige Woche vor Gericht. Seine Ex-Freundin habe ihn nicht als Vater angegeben. Ende Mai 2021 hatte er gegenüber der Familie der werdenden Mutter gefährliche Drohungen geäußert.

Als die Polizei einschritt, bekräftigte er seine Drohungen gegenüber den Beamten: Er werde der Familie „das Haus anzünden“. Danach kündigte er an, er werde die Familienmitglieder umbringen. „Gleich hole ich die AK 47“, drohte er mit Waffengewalt.

Dieser Vorfall war schlimm, die Staatsanwaltschaft wollte dem unbescholtenen jungen Mann aber noch eine Chance geben und bot ihm einen außergerichtlichen Tatausgleich an. Der 19-Jährige wurde zu einem Neustart vorgeladen, er übernahm die Verantwortung für seine Taten und bedauerte sein Fehlverhalten.

Dann kam der 20. November 2021. „Ich war unterwegs“, berichtete der Angeklagte. „Meine Freunde sagten, dass meine Ex-Freundin einen neuen Freund hat. Dann war ich wütend.“ Weil ihn seine Ex-Freundin mehrfach angerufen habe, obwohl er mit ihr keinen Kontakt mehr haben durfte, sei er zur Polizei gegangen, um das zu melden.

Mit 2,28 Promille zur Polizei gegangen

„Sie gingen alkoholisiert zur Polizei!“, wunderte sich Richterin Birgit Falb. „Mit 2,28 Promille! Das kommt nicht gut an!“

Das musste der Angeklagte zugeben. Nach dem Besuch bei der Polizei sei er trotz eines aufrechten Betretungsverbotes beim Haus seiner Ex-Freundin vorbeigegangen. „Dann hat es auf einmal im Kopf einen Klickser gemacht“, erzählte der Angeklagte. „Ich sah den Storch und habe ihn zusammengehaut.“ Der Willkommensstorch, den die Familie aus Anlass der Geburt des Babys aufgestellt hatte, zerbrach in zwei Teile.

Beim Auto des Vaters seiner Ex-Freundin brach der Angeklagte einen Seitenspiegel ab. Die Delle ins Einfahrtstor habe er aber nicht zu verantworten, erklärte er. „Was haben Sie daraus gelernt?“, fragte die Richterin. „Dass es ein großer Fehler war“, sagte der Angeklagte. „Es tut mir wirklich von Herzen leid“. Die Richterin bot ihm eine Diversion an. Er muss 200 Euro an seine Ex-Freundin bezahlen und 295 Euro für den Sachschaden an deren Vater. Der Prozess wird auf eine Probezeit von zwei Jahren vorläufig eingestellt, der 19-Jährige bekommt einen Bewährungshelfer zur Seite gestellt.

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