Impulse für die Region. 36 Studierende der TU-Wien werden bis Ende Jänner 2019 regionale Entwicklungskonzepte für den Bezirk Oberwart erstellen.

Von Carina Fenz. Erstellt am 09. Dezember 2018 (03:59)
C. Fenz
Bürgermeister Georg Rosner, Gerhard Pongracz vom RMB und Alfred Masal begrüßten die Studierenden der TU Wien, darunter auch die Oberwarterin Sara Hoffmann, im OHO.

Stellen Sie sich vor, der Bezirk Oberwart ist die erste energieautarke Region Österreichs, zwischen Oberwart und Riedlingsdorf ist dicht besiedeltes Gebiet und die Pinkatalbahn fährt „lautlos“ durch das Südburgenland um Menschen von A nach B zu bringen. All das sind Zukunftsvisionen, die 36 Studierende der TU Wien für ein regionales Entwicklungskonzept für den Bezirk Oberwart ausgearbeitet haben. Ein erster Zwischenbericht wurde vergangene Woche im Offenen Haus Oberwart präsentiert.

„Um genau hier den Stift anzusetzen, hat das RMB in Absprache mit der Landesregierung — dem Referat Raumplanung — eine Initiative gestartet

Die 36 Studenten der TU Wien waren im Oktober mit ihrem siebenköpfigen Betreuerteam in Oberwart zu Besuch, um die Region und ihre Bewohner kennenzulernen. Bei einem war man sich schnell einig, die Lebensqualität im Südburgenland ist einmalig, die Infrastruktur ist ausbaufähig. Und genau da setzt dieses Projekt an, das von Gerhard Pongracz vom Regionalmanagement Burgenland, im Rahmen der Projekte der interkommunalen Zusammenarbeit initiiert wurde. „Um genau hier den Stift anzusetzen, hat das RMB in Absprache mit der Landesregierung — dem Referat Raumplanung — eine Initiative gestartet. In Zusammenarbeit mit der Technischen Universität, Fachbereich Soziologie und Fachbereich Regionalplanung und Regionalentwicklung unter der Leitung von Gesa Witthöft, Nina Svanda und Thomas Dillinger wurden die idealen Partner gefunden.

„Aufgrund der geschilderten Situation und Anliegen, wurde man sich schnell einig und so wurde eine praxisnahe Lehrveranstaltung zur räumlichen Entwicklungsplanung in Oberwart initiiert um neue Impulse für den Bezirk zu entwickeln“, erklärt Gerhard Pongracz, der die Ansätze der Studierenden als Impulse für die Region betrachtet.

Die Studenten der Studienrichtung Raumplanung und Raumordnung starteten daraufhin im Oktober ihre erste Exkursion in die Region. Sie verbrachten vier Tage hier, um die Besonderheiten, Eigenschaften und Probleme des Bezirks Oberwart kennenzulernen. Gerhard Pongracz führte sie durch den Bezirk, einige BürgermeisterInnen stellten sich für Interviews zur Verfügung und Experten vom Land oder aus privaten Büros hielten Fachvorträge im Offenen Haus in Oberwart. So konnten die Studenten die vielschichtige Region Oberwart kennenlernen und viele Eindrücke sammeln. Diese Erkenntnisse wurden in Karten und Stärken-Schwächen-Analysen verarbeitet, und zu einer ersten groben Analyse der Region zusammengestellt, welche laufend verfeinert werden. Bis Ende Jänner 2019 werden aufbauend auf den Stärken der Region Entwicklungsmöglichkeiten dargestellt.

Sanfter Tourismus als Potenzial für den Bezirk

Die Ergebnisse der ersten Arbeitswoche wurden am Freitag im Offenen Haus Oberwart einem interessierten Publikum präsentiert und anschließend diskutiert. Die landschaftliche Vielfalt und die Eignung der Region für sanften Tourismus beispielsweise wurden dabei als großes Potenzial des Bezirks erkannt. Dem gegenüber steht der in Teilbereichen schwach ausgebaute öffentliche Verkehr, den es unter anderem zu verbessern gilt. Die Studenten konnten von dem Austausch mit den RegionsbewohnerInnen profitieren, und das lokale Wissen in ihre weitere Arbeit einfließen lassen.