Biomassekraftwerk läuft in Oberwart. Nachdem der Plan zuerst für große Aufregung gesorgt hat, wurde jetzt von der Bezirkshauptmannschaft ein neunmonatiger Versuchsbetrieb genehmigt.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 14. August 2019 (04:19)
Bio-Brennstoff
Versuchsbetrieb. Eberhard Reil, Geschäftsführer der BIO-Brennstoff GmbH.

Mit dem Plan, aus Abfallstoffen der Papierindustrie Biogas zu erzeugen, sorgten die Eigentümer des Biomassekraftwerks, — die zur Schmid Industrieholding gehört — vor etwas mehr als einem Jahr für große Aufregung. Von einer geplanten Müllverbrennungsanlage war sogar die Rede.

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Die rot, blau und grünen Bauteile zeigen, wo in Adaptierungs- und Umbauarbeiten vorgenommen werden, ehe der Versuchsbetrieb startet.

Vor allem die SPÖ hatte massive Bedenken gegen das Projekt geäußert, es gebe keine aussagekräftigen Unterlagen und die Bevölkerung sei nicht ausreichen informiert worden. Nach einer breiten öffentlichen Diskussion, unter Einbindung von zwei amtierenden und einem ehemaligen Umweltanwalt, beruhigten sich die Gemüter. In der Vorwoche erhielt die BIO-Brennstoff GmbH von der Bezirkshauptmannschaft Oberwart - nach eingehender Prüfung durch die zuständigen Sachverständigen des Landes - die Genehmigung zur Durchführung eines neunmonatigen Versuchsbetriebes.

Am 12. August starteten die Adaptierungsarbeiten und Umbauten mit Investitionen in Höhe von rund drei Millionen Euro. Mit Jahresanfang 2020 wird der Versuchsbetrieb zur Herstellung von Biogas aus Reststoffen der Altpapieraufbereitung starten.

„Durch diese Vorgangsweise sei sichergestellt, dass es im Rahmen des genehmigten Versuchsbetriebes keine Beeinträchtigung der Anrainer und der Umwelt geben wird“, so der frühere Landesumweltanwalt Hermann Frühstück. Auch eine unzumutbare Belästigung durch Lärm, Geruch, Rauch, Staub oder in anderer Weise ist ausgeschlossen. Nach dem neunmonatigen Versuchsbetrieb benötigt die Firma eine weitere Genehmigung. Geht alles nach Plan, wird sie das Werk ausbauen und 35 Arbeitsplätze schaffen. Das hergestellte Produktgas soll in Zukunft in erster Linie zur Herstellung eines schnell abbindenden Baustoffes genutzt werden.