‚GreenGas’ als Innovation in Oberwart

Die Bio-Brennstoff GmbH hat neue Pläne und will „GreenGas“ herstellen. Der nächste Schritt ist ein Reallabor.

Erstellt am 03. September 2021 | 05:14
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Eberhard Reil, Geschäftsführer der BIO-Brennstoff GmbH, sieht die Chance für ein „GreenGas-Leuchtturm-Projekt“ im Burgenland. Ein „GreenGas“ mit hohem Wasserstoff- und Methangehalt soll als innovativer Energieträger eingesetzt werden.
Foto: Bio-Brennstoff

Die BIO-Brennstoff GmbH startete Ende Juli 2020 nach umfangreichen Umbau- und Adaptierungsarbeiten am ehemaligen Biomasseheizkraftwerk den behördlich genehmigten Versuchsbetrieb. Unter Einsatz von Reststoffen aus der Altpapieraufbereitung — und dem Monitoring des Umweltbundesamts — wird mittlerweile ein „GreenGas“ mit hohem Wasserstoff- und Methangehalt erzeugt. Der Endbericht wird nach Abschluss des Versuchsbetriebes voraussichtlich im 1. Quartal 2022 vorliegen.

„Auch wenn es coronabedingt zu erheblichen Verzögerungen und Mehrkosten beim Versuchsbetrieb gekommen ist, sind wir mit den nun erzielten Ergebnissen sehr zufrieden. Es ist unserem Team gelungen, ein ‚GreenGas‘ mit hohem Wasserstoff- und Methangehalt herzustellen, das in naher Zukunft als innovativer Energieträger zum Einsatz gelangen könnte“, freut sich Eberhard Reil, Geschäftsführer der BIO-Brennstoff GmbH, über den erfolgreichen Verlauf des Versuchsbetriebes.

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Das um bisher fünf Millionen Euro modernisierte Biomasseheizkraftwerk, das derzeit zehn Mitarbeiter beschäftigt, habe im noch laufenden Versuchsbetrieb bewiesen, dass die Herstellung von ‚GreenGas‘ aus Rejekten der Papierindustrie unter Einhaltung aller gesetzlichen Auflagen umweltverträglich möglich ist.

„Der Versuchsbetrieb hat uns erst gezeigt, welches Potenzial in dieser Anlage für die Produktion von Wasserstoff- und Methan steckt. Dieses ‚GreenGas‘ soll nun nicht mehr als Energieträger zur Erzeugung von Tonerdezement eingesetzt werden, sondern könnte in Zukunft als klimaneutrale Alternative zu fossilem Erdgas in das öffentliche Gasnetz eingespeist werden. GreenGas ist Teil der Energiewende und könnte eine Schlüsselposition auf dem Weg zur Klimaneutralität einnehmen“, erläutert Reil.

Kooperation mit der TU Wien

Als nächster Schritt wird das Genehmigungsverfahren zur Überführung in den Normalbetrieb als Reallabor angepeilt. Dabei soll in Kooperation mit der TU Wien das derzeit erzeugte Produktgas zu ‚GreenGas‘ aufbereitet werden, um es in das öffentliche Gasnetz einspeisen zu können. Bis zu 2.500 Haushalte sollen damit in Oberwart versorgt werden.

Das Genehmigungsverfahren zur Errichtung eines Baustoffwerkes in Oberwart wurde gestoppt. „Das Burgenland hat die Weichen in Richtung nachhaltige Energie und Bio-Landwirtschaft gestellt. Dieses Vorhaben möchten wir mit unserem ‚GreenGas-Leuchtturm-Projekt‘ mittragen und hoffen auf Unterstützung seitens der Europäischen Union, des Bundes und des Landes für eine großvolumige Umsetzung“, erklärt Reil die Beweggründe einen neuen Weg einzuschlagen.