Aus Liebe zum Menschen: "Frau Aderlass" im Einsatz. Seit über 30 Jahren organisiert Ella Györög Blutspendeaktionen im Bezirk. Die rüstige Pensionistin über das Rote Kreuz und Freiwilligenarbeit heute.

Von Vanessa Bruckner. Erstellt am 24. Februar 2019 (05:35)
BVZ
Ella Györög ist seit über 30 Jahren für das Rote Kreuz im Einsatz.

Wann sie das letzte Mal selbst ihr Blut gespendet hat, weiß Frau Györög ganz genau. „Das war am 30. Juni 2002. Ich hab mit der Schilddrüse zu tun, deshalb darf ich leider selber nicht mehr an einer Spendenaktion teilnehmen“, erzählt die 71-jährige freiwillige Mitarbeiterin des Roten Kreuzes doch auch mit ein bisserl Wehmut in der Stimme.

Von Würsteln und Werbetrommeln

Allerdings hält dieser Umstand die quirlige Seniorin keineswegs davon ab, seit über 30 Jahren in den Gemeinden Riedlingsdorf, Grafenschachen und in ihrer Heimatstadt Pinkafeld Menschen dazu zu animieren, anderen das Leben zu retten, indem sie Blut spenden. Ella Györög hat 1975 ihren ersten Kurs beim Roten Kreuz absolviert und ist Österreichs größtem Verein seither treu geblieben. „Anfangs bin ich noch mit dem Rettungsauto mitgefahren, dann habe ich die Ortsstelle Pinkafeld übernommen und kümmere mich seither um die Blutspende-Aktionen.“ Unterstützt wird sie dabei von drei Mitarbeitern ihrer Ortsstelle. „Das ist immer jede Menge Arbeit. Plakate austragen, die Werbetrommeln rühren, damit auch ja viele Leute kommen, die Räumlichkeiten herrichten und dann natürlich vor Ort helfen und die Würstel kochen, die alle Spender im Anschluss bekommen.“

Wobei wir da auch schon bei einem heiklen Thema sind, denn „einmal hat ein Spender sich furchtbar über unsere Würstel aufgeregt, weil ein paar davon aufgesprungen waren. Das hat mich wirklich sehr geärgert. Als ob es nur darum ginge, beim Blutspenden“, erinnert sich Frau Györög. Aus Liebe zum Menschen Gutes tun – das sei seit jeher ihr Antrieb dazu gewesen, so viele Stunden ihres Lebens im Dienste der Freiwilligkeit zu verrichten. „Heute merkt man leider, dass immer weniger Menschen bereit sind, ihre Freizeit in den Dienst der guten Sache zu stellen. Natürlich ist es nicht immer einfach, aber das schöne Gefühl und die Dankbarkeit, die einem auch entgegengebracht wird, ist durch nichts zu ersetzen.“

200 Leute, die an einem einzigen Tag in Pinkafeld an einer Blutspende-Aktion teilgenommen haben, ist bis dato der Rekord, den die Freiwillige des Roten Kreuzes verzeichnen kann.

200er Marke soll noch übertroffen werden

„So Gott will, mache ich noch weiter und vielleicht knacken wir die 200er Marke dann auch noch“, sagt die Pinkafelderin und plaudert mit einem Schmunzler weiter aus dem Nähkästchen: „Männer, die als Fleischhauer arbeiten, sollten sich besser in Acht nehmen, die kippen aus Erfahrung besonders oft beim Blutspenden um.“

Welche Voraussetzungen es zu erfüllen gilt, damit man Blut spenden darf und wann die nächste Aktion in Ihrer Nähe stattfindet, findet sie unter: www.blut.at.