Auf Muh geht´s los!. Die Schwestern Theresia und Maria Auer satteln am liebsten ihre beiden Milchkühe. Warum eine Kuh so viel toller als ein Pferd ist? Lesen Sie selbst.

Von Vanessa Bruckner. Erstellt am 08. September 2019 (14:08)
Dreamteam. Theresia Auer liebt ihre Festina über alles. Die beiden üben sich sogar im „Cowdance“.
BVZ

Sie sind viel sturer als ein Pferd es jemals sein kann und reagieren auch auf keine der sogenannten Hilfen beim Reiten – und trotzdem liegt für Theresia und ihre Schwester Maria das Glück dieser Erde auf dem Rücken einer Kuh! Konkret auf den breiten und gemütlichen Rücken der beiden hübschen Milchkühe „Festina“ und „Jennifer“, so heißen die Reittiere der außergewöhnlichen Geschwister mit dem ungewöhnlichen Hobby nämlich. Seit gut fünf Jahren satteln die 19-jährige Theresia Auer und ihre 17 Jahre junge Schwester Maria auf dem heimischen Bauernhof im Buchschachener Ortsteil Trulitsch Kühe anstelle von Pferden.

Lieblingstier. Maria Auer und ihre Reitkuh Jennifer sind oft auf den Feldern unterwegs.
Vanessa

Wobei, streng genommen bekommen Festina und Jennifer nur ein Halfter mit Strick verpasst, das kurzerhand zum Zaumzeug ummodelliert wird, „weil einen passenden Sattel haben wir nicht.“

Cowdance auf Schmusetieren

65 Milchkühe stehen am Hof der Eltern. „Wir sind mit den Tieren aufgewachsen und aus Spaß im Stall einfach mal auf sie raufgekraxelt. Dann sind wir draußen auf der Weide aufgesessen und so ging das Schritt für Schritt, bis wir schließlich in den Stall heimgaloppiert sind. Der Papa hat aber lange nix davon gewusst, dass wir auf den Kühen reiten“, erzählt Theresia schmunzelnd.

Die junge Landwirtin und ihre Schwester Maria, die den Modezweig an der HBLA Oberwart besucht, könnten zwar unterschiedlicher nicht sein, aber wenn´s um ihre heißgeliebten Kühe geht, sind sich die Auer-Mädls einig: „Es gibt keine tolleren Tiere!“

Maria Auer kommt regelrecht ins Schwärmen, wenn sie von ihrer Jennifer erzählt: „Der Trab ist viel angenehmer als auf einem Pferd, gut, dafür ist der Galopp ein bissi holpriger, aber man sitzt einfach gemütlicher auf einer Kuh und wenn man mal runterpurzelt, bleibt sie sofort stehen.“ Außerdem seien Kühe, so die Schwestern, richtige Schmusetiere. „Man kann sie besser knuddeln als Pferde und Festina und Jennifer haben wir von klein auf zu Reitkühen erzogen, sie sind uns schon als Kälber auf Schritt und Tritt gefolgt.“ Heute erkunden Maria und Theresia Buchschachens Umgebung auf ihren gefleckten Tieren.

„Die Nachbarn kennen uns natürlich schon und vor Autos haben die Kühe auch keine Angst, das klappt prima.“ Auch wissen die beiden Schwestern, dass sie mir ihrer Liebe zu den vierbeinigen Wiederkäuern nicht alleine auf dieser Welt sind. „Ich folge auf Instagram einigen Leuten, die auf Kühen reiten“, erzählt die junge Bäuerin Theresia, die übrigens noch ganz andere Sachen gemeinsam mit ihrer Festina kann. „Wir machen auch Cowdance. Das ist aus meinem Hobby, dem Showdance entstanden. Ich turne auf Festina, wenn man so sagen will. Es ist ein bisschen wie beim Voltigieren und es macht riesig viel Spaß.“

Zwei Cowgirls, drunter jeweils eine Kuh und ganz viel Muhhhhh dazu – dieses Vierergespann ist eben wirklich alles, außer gewöhnlich.