„Cobra“ bei Anti-Terror-Übung nicht dabei. Das Österreichische Bundesheer übte in Schandorf gemeinsam mit Spezialeinheiten aus den USA, Polen und Deutschland für den Ernstfall. Auffallend: die heimische Polizei war nicht vertreten. Die BVZ hat nachgefragt.

Von Vanessa Bruckner. Erstellt am 30. August 2017 (21:12)
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Zwei Tage und Nächte lang herrschte Ausnahmezustand in der 300 Seelengemeinde im Landessüden. „Gott sei Dank“ nur ein inszenierter Ausnahmezustand. Grund dafür war eine großangelegte internationale Übung des Jagdkommandos des Österreichischen Bundesheeres, gemeinsam mit Soldaten und Polizisten aus den USA, Polen und Deutschland.

Rund 80 Teilnehmer übten dabei für den Ernstfall. Vorrangig standen Erfahrungsaustausch und Weiterbildung bei den Spezialeinheiten im Vordergrund. Geübt wurde vor allem in der Nacht. Am Dienstagnachmittag wurde dann auch Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil und den Zusehern in Schandorf einiges geboten. Inszeniert wurde eine Geiselbefreiung aus einem Wohnhaus mitten im Ort. Soldaten seilten sich bei dieser Aktion aus Hubschraubern ab, stürmten das Haus und verfolgten anschließend noch flüchtende „Attentäter“ mit dem Black Hawk über die Bundesstraße.

Innenministerium sieht keinen Nutzen für Teilnahme

Das Grundziel der Übung ist es, so Doskozil „stets bereit für den Ernstfall zu sein. Das gilt natürlich auch für den Fall eines terroristischen Angriffs.“ Auffallend ungewöhnlich: während etwa aus Deutschland auch Spezialeinheiten der Polizei mit dabei waren, fehlte das heimische Einsatzkommando Cobra bei der Anti-Terror-Übung in  Schandorf. „Die Cobra hat bereits vergangene Woche eine eigene Übung durchgeführt. Mehr kann ich dazu nicht sagen“, so Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil auf Nachfrage der BVZ.

Beim für die Polizei zuständigen Bundesministerium für Inneres (BMI) erklärte man die Nicht-Teilnahme an der Anti-Terror-Übung in Schandorf wie folgt: „Letzte Woche wurde eine große internationale Schiffsübung in Wien durch die Cobra abhalten. Wir hatten insgesamt sechs ausländische Spezialeinheiten dabei. Eine Teilnahme an der Übung des Bundesheeres in Schandorf, zu der wir eine Einladung des Verteidigungsministeriums hatten, hätte unserer Bewertung zufolge keine zusätzlichen Erkenntnisse auf dem bekannten Gebiet der Terrorbekämpfung gebracht.

Darüber hinaus ist die Zusammenarbeit mit den deutschen Polizei-Spezialeinheiten nicht nur im Training, sondern auch im Einsatz bereits geübte Praxis“, so Alexander Marakovits vom BMI, der aber noch ausdrücklich betont, „dass Kooperationen mit dem österreichischen Jagdkommando und anderen Organisationseinheiten des Verteidigungsministeriums seit Jahren bestehen und gepflogen werden.“