ÖAMTC-Initiative: Job-Chancen mit Vielfalt. Unter dem Motto „Einstellungssache“ verstärken junge Mitarbeiter mit Beeinträchtigung auch im Burgenland das Team.

Von Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 06. Juni 2020 (06:11)
Seit Herbst beim ÖAMTC-Team am Stützpunkt in Eisenstadt. Noel Nepolaabsolviert die Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann; von zuhause aus lernt er derzeit für die Berufsschule.
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Die Initiative mit dem Titel „Einstellungssache“ wurde vom ÖAMTC im Jahr 2018 bundesweit gestartet. Unter dem Aspekt der Chancengleichheit wurden in ganz Österreich Menschen mit Behinderung eingestellt. Aus den geplanten zehn wurden 15 neue Stellen. Die letzte wurde nun – mitten in der Corona-Krise – in St. Pölten besetzt.

Auch im Burgenland bekamen zwei junge Mitarbeiter die Möglichkeit, in verschiedene Bereiche hineinzuschnuppern. Einer davon ist Noel Nepola, der das Team am ÖAMTC-Stützpunkt in Eisenstadt unterstützt und dort seit September 2019 die Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann absolviert.

Da Noel Nepola zur Risikogruppe gehört, konnte in Absprache mit der Berufsschule erreicht werden, dass er seit April an der ersten Klasse teilnimmt; in Form von „Distance Learning“ kann von zuhause aus die Zeit gut genutzt werden. Gerald Rottensteiner, Stützpunktleiter des ÖAMTC in Eisenstadt, ist mehr als zufrieden mit seinem neuen Mitarbeiter: „Ich bin sehr froh und stolz, Noel und seine Kollegin Celina, die schon im zweiten Lehrjahr ist und ihn unterstützt, wenn er mal Hilfe braucht, im Team zu haben.“ Das Projekt „Einstellungssache“ wurde initiiert, um neue Stellen zu schaffen und Menschen mit Behinderung die Chance zum Einstieg in den Arbeitsmarkt zu geben.

„Best-Practice-Beispiel“ mit Vorbildfunktion

Damit habe man zeigen können, wie Einstellungen funktionieren, setzt auch ÖAMTC-Diversitätsbeauftragte und Initiatorin Nasila Berangy-Dadgar auf die Vorbildfunktion: „Menschen mit Behinderungen haben Fähigkeiten und Fertigkeiten, diese Talente gilt es wahrzunehmen und richtig einzusetzen.“ Im Sinne der Inklusion sind beim ÖAMTC Mitarbeiter-innen und Mitarbeiter mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen beschäftigt, etwa Lernschwierigkeiten, Hörbehinderungen oder chronischen Erkrankungen. Sie arbeiten in verschiedenen Abteilungen und Positionen, von Lehrlingen bis hin zu Führungskräften.

Die Bedeutung der seit Jahrzehnten bestehenden Kooperation zwischen ÖAMTC und Sozialministeriumservice hebt der Leiter der dortigen Geschäftsabteilung, Dieter Chmiel, hervor: Voraussetzung für ein solch „gelungenes Best-Practice-Beispiel“ sei auch ein klares Bekenntnis der Geschäftsführung sowie Sensibilisierungsarbeit.

Der positive Umgang mit Vielfalt als wesentliches Element der Unternehmenskultur wird seitens des ÖAMTC mit gezielten Aktivitäten wie Workshops, Mobilitätsberatung oder Gehörlosenservice gestützt.