Spital Oberwart im Notbetrieb. Die Situation in Krankenhäusern spitzt sich zu. Intensiv-Kapazitäten wurden aufgestockt, auch dringliche OPs vor Verschiebung.

Von Carina Fenz. Erstellt am 01. April 2021 (03:56)
Hubert Eisl, KRAGES-Geschäftsführer
KRAGES, KRAGES

Die Lage in allen burgenländischen Krankenhäusern ist ernst. Falls die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter steigt, kann nicht mehr ausgeschlossen werden, dass auch dringliche Operationen, wie Tumor-Entfernungen, verschoben werden müssen.

Zu Wochenbeginn wurden bereits die Intensivkapazitäten für COVID-Erkrankte auf 27 Betten aufgestockt. Dies erfolgte unter anderem durch Umfunktionierung von sogenannten Aufwachbetten im OP-Bereich. Im Gegenzug muss das Operationsprogramm in allen Häusern auf einen Notbetrieb heruntergefahren werden. Das heißt, dass nur mehr in akut lebensnotwendigen Fällen operiert wird. Insgesamt gab es am Mittwoch in den vier KRAGES-Häusern noch zehn Intensivbetten für Non-COVID-Belegungen. In Einzelfällen und wenn es aus medizinischer Sicht möglich und sinnvoll ist, können Patienten in andere Bundesländer transferiert werden. Allerdings nähern sich auch dort die Kapazitäten bis auf wenige Ausnahmen dem Limit.

 „Die Bevölkerung muss sich bewusst sein, dass sie es auch selbst in der Hand hat, die mehr als ernste Situation auf den Intensivstationen wieder zu entschärfen.“ Hubert Eisl, KRAGES-Geschäftsführer

 Hubert Eisl, Geschäftsführer der KRAGES: „Die Situation ist jetzt wirklich ernst. Wir sind am Anschlag. Wir bedauern diese Entwicklung, aber sie ist Realität. Die Situation in den Intensivstationen wird sich erst wieder ändern, wenn die Anzahl der Neuinfektionen wieder sinkt.“ Primarius Herbert Gruber, Vorstand der Abteilungen für Intensivmedizin in Oberwart und Güssing und Intensivkoordinator im Burgenland spricht sogar davon, dass man sich in der „letzten Eskalationsstufe befinde“. Ein weiteres Erhöhen der Kapazitäten sei nämlich nicht mehr möglich.