Kritik an Gastro-Lockdown in Oberwart. Bis zumindest 6. Jänner muss die Gastronomie geschlossen bleiben. Da bleibt viel Kritik, aber auch Lob nicht aus.

Von Carina Fenz. Erstellt am 11. Dezember 2020 (04:06)

Die Hoffnung auf eine Wiedereröffnung war groß. Die Tatsache bitter: Die Gastronomie bleibt bis voraussichtlich 6. Jänner geschlossen. Für Stadthotel-Chef Klaus Glavanits „eine Katastrophe“. „Von den angekündigten 80 Prozent Umsatzersatz sind wir weit entfernt“, ärgert sich Glavanits, der auch vor den Folgen warnt. „Man will natürlich jeden Mitarbeiter halten, aber weiß nicht, ob einem das Geld nicht vorher ausgeht. Außerdem merkte man bereits vor dem Lockdown, dass die Menschen aus Angst nicht mehr weggehen wollen, ganz nach dem Motto ‚shoppen im Einkaufszentrum ja, aber nicht in die Gastronomie, trotz strengsten Sicherheitskonzepten‘“, meint Glavanits, der sich von der Impfung ein wenig Hoffnung erwartet, „auch, damit die Menschen nicht mehr so viel Angst haben.“

Auch für Alexander Osvald von Badcafé Saunastüberl ist der verlängerte Gastro-Lockdown eine Katastrophe: „Die Gastronomie wird ungerecht behandelt. Wir waren die Ersten, die zusperren mussten und sind die Letzten, die wieder aufsperren müssen, trotz ausgearbeiteten Sicherheitskonzepten“, so Osvald, der trotz der schwierigen Umstände seinen Betrieb mit Abholservice über Wasser hält.

Einer, der zu Hause sitzen gar nicht gewöhnt ist, ist auch Gustav Gamauf vom Stadtcafé. „Ich will eigentlich nicht von Förderungen leben, sondern meine Gäste bedienen. Wenn ich daran denke, dass meine Gäste eine eigene kleine Familie sind, dann bin ich unendlich traurig, dass man auf den sozialen Aspekt der Gastronomie vergisst. Wir haben von Beginn an alle Maßnahmen eingehalten und das würden wir auch jetzt tun“, zeigt Gamauf wenig Verständnis.

Einer, der aktuell nicht über zu wenig Geschäft meckern kann, ist Thomas Klug vom Mc Donalds Oberwart. „Unser System (Anm. MC Drive) hat uns das Leben in dieser Zeit gerettet. Wir würden zwar gerne länger, als bis 20 Uhr offen haben, aber trotzdem sind wir mehr als zufrieden, dass es uns gelungen ist, diese Zeit zu überstehen. Die Öffnung des Handels war wichtig, weil es wieder Leben gibt, trotzdem hoffen wir darauf, dass die Normalität wieder zurückkehrt.“