Janette Altinsoy: Und plötzlich Autorin

Die 28-jährige Dt. Kaltenbrunnerin Janette Altinsoy veröffentlichte ihr erstes Buch. Druck bezüglich Verkäufen will sie sich keinen machen: „Ich will die Leute erreichen.“

David  Marousek
David Marousek Erstellt am 27. Mai 2020 | 06:21
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Janette Altinsoy
Die 28-jährige Janette Altinsoy brachte Anfang Mai ihren ersten eigenen Roman auf den Markt. „Finde die Zeit“ ist im Fantasy-Romance-Genre angesiedelt und spielt in England. Im kommenden Herbst will sie bereits ihr zweites Buch präsentieren. „70 Seiten sind bereits fertig geschrieben“, erklärt die Deutsch Kaltenbrunnerin.
Foto: Janette Altinsoy

Unverhofft kommt oft, so auch am Beispiel der Neu-Autorin Janette Altinsoy. Anfang Mai veröffentliche sie ihren ersten eigenen Fantasyroman namens „Finde die Zeit“.

Eine Autorenkarriere war eigentlich nie geplant. „Ich habe nie daran gedacht ein Buch zu schreiben“, lacht die Dt. Kaltenbrunnerin. Erst ihr Mann brachte sie in einer Alltagssituation auf die Idee: „Immer wenn ich mit unseren Kindern im Auto war, dann wollten sie Märchen hören, weil ihnen fad war. Da habe ich dann immer die wildesten Geschichten erfunden.“ Ihr Mann kam dann auf die Idee, diese Geschichten doch einfach niederzuschreiben. Am 16. Jänner diesen Jahres begann sie mit ihrem Erstlingswerk „Finde die Zeit“ und stellte es innerhalb von nur wenigen Monaten fertig.

Zeitreise und Liebe als Mittelpunkt des Buches

Im Roman geht es um die junge Kathy, die das Anwesen ihrer verstorbenen Großmutter erbt und dort auf zahlreiche Geheimnisse lösen muss. Plötzlich reist Kathy durch die Zeit und trifft dort unter anderem auf den Sohn eines Goldschmieds, in den sie sich nach anfänglichen Problemen verliebt. Dadurch kommt die Protagonistin in eine Zwickmühle, da sie ja auch in ihre Zeit zurückkehren möchte. Doch das Werk findet nicht in einer kompletten Fantasiewelt statt, es gäbe auch zahlreiche Einflüsse aus ihren eigenen Leben. Darunter eine real existierende Firma oder auch England als Ort des Geschehens.

Das Fantasy-Genre interessierte Altinsoy schon immer. „Ich lese eigentlich nur so etwas in dieser Richtung. Normalerweise sind aber immer Männer die Hauptpersonen bei Zeitreisen, bei mir ist es eine Frau“, erklärt die Dt. Kaltenbrunnerin. Ihr Vorbild ist übrigens die Deutsche Autorin Marah Woolf, die ebenfalls Bücher im Fantasy-Genre verfasst. Auch in ihrer Jugend interessierte Janette Altinsoy sich schon für Fantasy-Romane, wo praktisch alles möglich sein kann. Andere prominente Genres wie Krimis, seien für die neue Autorin nicht interessant: „Ich habe mal einen Krimi gelesen, aber so etwas könnte ich nicht schreiben. Da hätte ich viel zu viel Angst. Für mich muss es immer ein Happy End geben.“

Arbeit am Tag, schreiben während der Nacht“

Zeit zum Schreiben fand Altinsoy vor allem Abends. „Ich bin eigentlich Hausmeisterin. Mein Mann und ich arbeiteten früher im Gasthaus-Pizzeria Eleanor in Jennersdorf. Zum Schreiben komme ich eigentlich nur in der Nacht, wenn die Kinder bereits schlafen“, erklärt die Autorin. Dann kann der künstlerische Schaffensprozess aber schon einmal bis ein Uhr morgens andauern.

Mittlerweile wird auch schon am zweiten Buch gearbeitet. Janette Altinsoy verriet auch schon erste Details: „Dieses Mal geht es um einen Mann, der von Nymphen in einen Aligator verwandelt wurde und in das Reich der Nymphen muss.“ Warum unbedingt ein Aligator? „Das ist mein Lieblingstier. Es ist ein Lebenstraum von mir, mal so ein Tier anzugreifen“, lacht Altinsoy.

„Ich will mir da selber keinen Druck machen“

Laut eigenen Aussagen gäbe es bis jetzt eine ordentliche Nachfrage am Buch. Eine Buchhandlung in Fürstenfeld habe sogar nachbestellt. Wie oft sich das Buch verkauft, ist für Janette Altinsoy laut eigenen Aussagen gar nicht so wichtig. „Es ist mir eigentlich egal, wie oft es sich verkaufen wird. Ich möchte damit einfach nur die Leute erreichen“, erklärt die Autorin. Die Provision sei außerdem sehr gering und umfasse nur wenige Euro pro verkauftem Werk. „Wenn ich davon leben könnte wäre das natürlich super, aber ich will mir da selber keinen Druck machen“, ergänzt Altinsoy.

Einen Verlag suchte sie sich übrigens selbst. „Ich habe dann den Tredition-Verlag aus Deutschland gefunden. Außerdem half mir ein Drucker, der mir beim Coverbild sehr unter die Arme griff“, fasste die Dt. Kaltenbrunnerin zusammen.

Erhältlich ist ihr Erstlingswerk bei praktisch überall: „Man kann das Buch auf Amazon, Thalia, Weltbild oder direkt beim Verlag kaufen. Als Ebook bieten Kindle und myTolino es an.“

Ihr Name ist übrigens kein Pseudonym, wie die Autorin verriet: „Eigentlich kommt der Name aus dem Türkischen, wo auch mein Mann her ist. Aber er passt einfach und sieht auch auf dem Cover richtig gut aus. Wenn jemand durch den Buchladen geht und dann meinen Namen liest, dann hört es sich an, als wäre ich keine Burgenländerin.“