Wüste Beschimpfung gegen Stadtgemeinde. Werbeaktion der Stadtgemeinde für Einkaufsnacht wurde zum Boomerang, aber auf „shit storm“ folgte Solidaritätswelle.

Von Michael Pekovics. Erstellt am 14. Juni 2017 (05:59)
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Deutlich mehr Anzeigen im Bereich Internetkriminalität
APA (dpa)

Alles begann mit einem facebook-Posting der Stadtgemeinde anlässlich der Langen Einkaufsnacht, die heute, Mittwoch, stattfindet. Zur Bewerbung wurde nämlich jedes einzelne teilnehmende Geschäft erwähnt und kurz vorgestellt, darunter auch das Pelzhaus Tausz.

„Oberwart ist ein Horrorort“

Die Folge war eine Flut von negativen Bewertungen auf der facebook-Seite der Stadt, hauptsächlich von deutschen Internet-Nutzern. Die Bemerkungen „Oberwart ist ein Horrorort“, „abartige Menschen“ und „fehlende Intelligenz“ finden sich in den Kommentaren. Offenbar wurde die Werbung der Stadt für das Pelzhaus Tausz in einem deutschen Tierrechtsaktivistenforum gepostet, was den sogenannten „shit storm“ zu Folge hatte. „Wir haben das Posting dann gelöscht, weil es dazu benutzt wurde, die ganze Stadt in den Schmutz zu ziehen“, sagt Einkaufsnacht-Organisatorin Kerstin Zsifkovits.

Solidarität mit der Stadt

Ausgehend von einem Posting des ehemaligen Oberwarter Lokalbetreibers Georg Gossi, der dazu aufrief, die Stadt auf facebook mit vier oder fünf Sternen zu bewerten, formierte sich dann allerdings eine wahre Welle der Solidarität. „Zahlreiche Menschen sind dem Aufruf gefolgt und haben sich hinter die Stadt und ihre Betriebe gestellt, ich habe mich bei Georg Gossi auch dafür bedankt“, freut sich Stadtchef Georg Rosner über die Unterstützung. Aktuell stehen 53 „1 Stern-Bewertungen“ 126 „5 Stern-Bewertungen“ gegenüber, vor dem Wirbel im Internet waren es keine 30 Bewertungen gewesen – insgesamt.

„Eine bessere Werbung hätten wir uns nicht wünschen können – weder für die Einkaufsnacht noch für uns“, sagt Harald Tausz vom gleichnamigen Pelzhaus im EKO, der Kritik von Tierschützern gewohnt ist. „Wir werden immer nur auf Pelz reduziert, dabei ist unser Hauptgeschäft mittlerweile Leder. Aber eigentlich bin ich nur stolz auf unsere Oberwarter, ich hätte nicht gedacht, dass der Zusammenhalt so groß ist.“