Gemeinderat Oberwart: Stadt gibt Küche auf. Der Gemeinderat sprach sich für die Kooperation mit den Gästehäusern Burgenland aus. Sieben Mitarbeiter sind abgesichert.

Von Carina Fenz. Erstellt am 01. Juli 2021 (06:01)
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Nach mehr als 50 Jahren endet mit 1. September eine Ära in Oberwart. Die Stadt gibt nämlich den Eigenbetrieb der Städtischen Küche auf. Auch der Gemeinderat hat sich einstimmig zu diesem Schritt ausgesprochen, „auch, wenn das natürlich nicht ganz freiwillig passiert“, versucht Stadtchef Georg Rosner die Hintergründe zu erklären und es, so FP-Stadtrat Christian Benedek „konsequente Maßnahmen sind, die unumgänglich sind.“ Die Stadt kann die Küche nicht mehr wirtschaftlich führen, daher habe man sich zu diesem Schritt entschlossen.

Fünf Mitarbeiter von Gästehäusern übernommen

Rund 390.000 Euro an Personalkosten und knapp 45.000 Euro an Kosten für den Einkauf von Lebensmittel spart man übrigens dadurch ein — sagt zumindest der kürzlich veröffentlichte Transparenzbericht der Stadtgemeinde (siehe dazu auch Seite 20). Apropos Personal: Fünf Mitarbeiter werden von der Gästehäuser Burgenland GmbH (GHB) übernommen, zwei weitere werden ihren Dienst weiterhin in der Stadtgemeinde versehen und für zwei Mitarbeiter ist man noch auf der Suche nach einer Lösung.

Die GHB wird übrigens künftig für die Essens-Versorgung der Oberwarter Bildungseinrichtungen zuständig sein. Diesen Kooperationsvertrag hat man auf zwei Jahre abgeschlossen. Eine Win-Win-Situation, die sich dadurch ergibt. „Da wir mit unserem Internat in Oberwart ein Hauptkunde der städtischen Küche waren (rund 400 Mahlzeiten pro Tag) lag es nahe, mit der Stadt Gespräche zu führen, nachdem bekannt wurde, dass man die Auslagerung des Küchenbetriebes ins Auge fasst“, erklärt Prokuristin Andrea Liebmann die Details des Deals.

GHB-Küche saniert

Zudem wurde die Küche der GHB in Pinkafeld in den letzten Monaten saniert und die Produktionskapazität erhöht. „Aus unserer Sicht ist es der Zusammenschluss zu größeren Einheiten die einzige Möglichkeit, Schülern und Gästen eine biologische, regionale und ausgewogene Verpflegung zu einem leistbaren Preis zu bieten. Die Bio-Zertifizierung der Küche in Pinkafeld wurde bereits in die Wege geleitet“, fasst Liebmann zusammen.

Insgesamt werden für Pinkafeld und Oberwart dann rund 1.200 Mittagsmenüs und rund 450 Abendmenüs produziert werden. Die Logistik ist dabei eine Herausforderung. Denn für die SchülerInnen des Internats, der Kinderkrippe, der Kindergärten, des Horts sowie für die EMS wird in Pinkafeld gekocht, aufgewärmt und ausgegeben in Oberwart.

„In Pinkafeld wurde zusätzliche Kühlräume und Tiefkühlräume geschaffen, mit den Abnehmern wurden die Anforderungen bereits abgestimmt. Der Transport der Speisen erfolgt in Warmhaltebehältern mit automatischer Temperaturkontrolle und wird durch die Mitarbeiter der GHB und der Stadt durchgeführt. Selbstverständlich muss hier laufend evaluiert und verbessert werden“, erklärt Liebmann, die auch darüber informiert, dass die von der Stadtgemeinde festgesetzten Preise beibehalten werden. „Nur unter dieser Prämisse gab es auch die Zustimmung der SPÖ“, ergänzt Stadtrat Ewald Hasler.