Stadtpark Oberwart: Keine Events mehr geplant. Stadt Oberwart ließ die Bühne im Kulturpark abbauen. Die Neuausrichtung des Parks sorgt jetzt aber für ordentlich Zündstoff.

Von Carina Fenz. Erstellt am 04. Juni 2020 (04:27)
Der Oberwarter Stadtpark wurde viele Jahre für Veranstaltungen genützt —damit soll jetzt vorerst einmal Schluss sein.
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Und plötzlich war sie weg. Die Rede ist von der Bühne im Kulturpark, die in der Vorwoche von der Stadtgemeinde abgebaut wurde. Das Missfallen in der Bevölkerung ist groß, denn die Bühne war Jahre lang Mittelpunkt des Parks und war Schauplatz zahlreicher Veranstaltungen. Nachgefragt bei Stadtchef Georg Rosner (ÖVP), warum die Bühne verschwunden ist, meinte dieser: „Der Entscheidung sind Gespräche mit dem Obmann des Tourismus- und Kulturvereins, Reinhard Kracher, vorangegangen. Das war, bevor die Coronakrise ausgebrochen ist. Da ist es darum gegangen, dass der Park — wenn keine Veranstaltungen sind — als Erholungszone genutzt werden kann“, erklärt Rosner.

Veranstaltungen können, so Rosner, „trotzdem stattfinden - auch im nächsten Jahr. Es gibt zum Beispiel die Möglichkeit, einer mobilen Bühne und man kann auch über alternative Veranstaltungsorte nachdenken“, meint der Stadtchef.

Im heurigen Sommer und Herbst wird es keine Veranstaltung mehr im Park geben, „zu ungewiss ist, wie es mit der Coronakrise und den damit verbundenen Maßnahmen weitergeht. Wie es dann im Winter — Christkindlmarkt und Nikolaus — sein wird, können wir erst zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden“, lässt Rosner ausrichten. Das Konzept zur Neuausrichtung des Parks sorgt aber für jede Menge politischen Zündstoff. „Mit der Erstellung eines Konzeptes wurde der Kulturausschuss unter der Leitung von Stadtrat Ewald Hasler (SPÖ) im Jahr 2016 beauftragt. Bis dato liegen keine Ergebnisse vor, obwohl die letzte Sitzung im Jahr 2019 war und ich Hasler mehrmals aufgefordert habe, die Ergebnisse mitzuteilen. In wie weit der Kulturausschuss mit der Ausarbeitung eines Konzeptes für den Stadtpark weiterhin betraut bleiben wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt offen“, lässt Rosner ausrichten.

Hasler hingegen zeigt sich fassungslos: „Es gab im Oktober eine Sitzung des Tourismus- und Kulturausschusses, an der ich nicht teilnehmen konnte, aber entschuldigt war. Dort wurde vom Bürgermeister bestimmt, dass es im heurigen Jahr nur mehr zwei Veranstaltungen geben soll, was aber nie kommuniziert wurde“, rechtfertigt sich Hasler.

Konstruktive Gespräche als Ziel

Was die Zukunftsplanung für den Stadtpark angeht, meint Hasler: „Alle Ideen, die bereits mit einem Architekten besprochen wurden, sind mangels Finanzierung vom Stadtchef abgedreht worden. Auch 100.000 Euro, die im Budget des Vorjahres dafür veranschlagt waren, standen auf einmal nicht mehr zur Verfügung“, kontert Hasler und wünscht sich konstruktive Gespräche zum Thema Neuausrichtung des Parks: „Hier geht es darum, nicht alleine zu entscheiden, sondern die Wünsche der Bevölkerung zu hören und auch danach zu handeln.“