Mit dem Grünjankerl in Pinkafeld durch die Nacht

Spannend und auch ein bisschen gruselig sind die Sagen, die durch den Geisterpfad wieder zum Leben erweckt werden.

Dorothea  Müllner-Frühwirth
Dorothea Müllner-Frühwirth Erstellt am 27. September 2021 | 05:26
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„Nachtwächter“ Christian Putz, Museums-Obmann Rudolf Köberl, Marion Brandstetter-Pöll und Jürgen Hofer mit dem „Grünjankerl“, das vor dem Museum schon platziert ist.
Foto: Müllner-Frühwirth

In der Dunkelheit ist der Geisterpfad wohl am reizvollsten. Die beleuchteten Säulen, auf denen das Grünjankerl sitzt, das in Bronze gegossen wurde und in seiner schaurigen-frechen Schönheit die Besucher begrüßt, stehen bereit. Die darauf platzierten QR-Codes, die mittels Handy gescannt werden können, ermöglichen das Entdecken der überlieferten Sagen und Geschichten, die jedem Platz eine besondere Bedeutung verleihen. Und wer besonders mutig und sportlich ist, kann auf einer Strecke von vier Kilometern hier viel erleben, man kann die Stationen aber auch einzeln besuchen.

Eine Erlebnistour für Groß und Klein

Am 9 Oktober um 18 Uhr ist es endlich so weit. Mit einem Festakt beim Museum wird der Geisterpfad feierlich eröffnet. „Nachtwächter“ Christian Putz wird die Besucher zu einigen Stationen führen und die Geschichten erzählen, die sich an diesen Stätten ereignet haben sollen. Immer dabei: das Grünjankerl. Ein Troll, der im Pinkafelder Herrschaftswald gewohnt haben soll. Erschaffen wurde die Skulptur von der Künstlerin Marion Brandstetter-Pöll. „Es war eine große Herausforderung, das Grünjankerl zu formen und die Synthese zwischen Erwartungen und einer modernen Skulptur zu finden“, erzählt sie über die Entstehung. „Jeder hat sich einen kleinen grünen Gartenzwerg erwartet. Er ist nun aber viel gegenständlicher geworden, als ich gedacht habe, ein grüner Troll, den ich richtig lieb gewonnen habe.“ Die Originalfigur wurde aus Edelserpentin geformt, die „Grünjankerl“ auf den Säulen sind Bronzegüsse. Der Geisterpfad kann zu einem besonderen Erlebnis für die ganze Familie werden: „Eltern oder Großeltern mit ihren Kindern und Enkelkindern können jederzeit den Pfad besuchen“, erzählt Christian Putz. Er hatte durch die „Ghostwalks“, die er in England kennengelernt hat, die Idee zu dem Geisterpfad und hat diese mit einem engagierten Team rund um den Obmann des Museumsvereins, Rudolf Köberl und Jürgen Hofer jetzt in die Realität umgesetzt. „Der Geisterpfad entspricht dem Trend zum Mikro-Abenteuer: einfach, lokal, möglichst kostenfrei und trotzdem spannend“, erklärt Putz. Aus den Geschichten zum Geisterpfad hat er schon einige Straßentheaterstücke entwickelt. Als nächste Produktion ist „Graf Putinyanys Sommernachtstraum“ geplant, in der das „Grünjankerl“ eine wichtige Rolle spielen wird. Auch die Pinkafelder Gastronomen feilen bereits an speziellen „Geisterpfad-Angeboten“. Ermöglicht wurde das Projekt durch die Unterstützung von Pinkafelder Gastronomiebetrieben, Unternehmern, von der Stadtgemeinde und im Rahmen von „100 Jahre Burgenland“ durch das Land.