Rauchverbot: Bisher vier Anzeigen im Bezirk Oberwart

Seit Inkrafttreten des Rauchverbots gab es bezirksweit vier Anzeigen. Dorfwirtshäuser beklagen massive Umsatzrückgänge.

Erstellt am 04. März 2020 | 05:35
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Regierung will kein generelles Rauchverbot in der Gastronomie Symbolbild Rauchverbot
Symbolbild
Foto: APA (Fohringer)

Seit 1. November 2019 ist das generelle Rauchverbot in Österreichs Gastronomie präsent. Das Thema polarisiert, auch nach knapp vier Monaten, bundesweit die Massen, die Konsequenzen der Umstellung sind auch im Bezirk Oberwart teils markant spürbar.

Die Neuregelung fordert die regionale Gastronomie. Dynamik, Flexibilität, verstärkte Aufmerksamkeit und Akzeptanz der Kunden gelten als Voraussetzung, um gesetzeskonform zu agieren.

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Dieses Paket aktiv zu kombinieren, gestaltet sich allerdings oft schwierig, Strafen häufen sich, wenn auch langsam, wie Johann Hochwarter, Referatsleiter für Strafwesen der Bezirkshauptmannschaft Oberwart, explizit bestätigt: „Seit Inkrafttreten des Rauchverbots im November gab es im Bezirk Oberwart vier Anzeigen und damit verbunden auch Strafen aufgrund Rauchens im Innenbereich. Die Sanktionen wurden gegen rauchende Gäste ausgesprochen, Gastronomen sind dabei nicht direkt betroffen. Zudem ist aktuell eine anonyme Beschwerde in Bearbeitung.“ Im Regelfall kann gegen Kunden, die im Nichtraucherbereich rauchen, bei erstmaligem Verstoß eine Verwaltungsstrafe bis zu 100 Euro, im Wiederholungsfall bis zu 1.000 Euro ausgesprochen werden.

Wirtschaftskammer: Wirte sind Verlierer

Die Strafen für den Lokalinhaber betragen bis zu 2.000 Euro, bei wiederholter Nichtberücksichtigung bis zu 10.000 Euro. Selbiges gilt für die Inhaber öffentlicher Gebäude oder von Räumlichkeiten, in denen das Rauchverbot ebenfalls präsent ist. Kontinuierliche Verstöße können, im Extremfall, den Entzug der Gewerbeberechtigung zur Folge haben. Ausführendes Kontrollorgan ist ausschließlich die zuständige Bezirkshauptmannschaft. Neben potenziellen Sanktionen sind es, vor allem, die negativen wirtschaftlichen Konsequenzen, die vielen Gastronomen Sorgen bereiten.

Franz Perner, Spartengeschäftsführer für Tourismus und Gastronomie der Wirtschaftskammer Burgenland, bestätigt die teils konstant herrschende Unzufriedenheit und gibt einen aussagekräftigen Einblick in die aktuelle landesweite Entwicklung: „Die großen Verlierer sind, wie anfangs befürchtet, die im Burgenland stark vertretenen, klassischen Dorfwirtshäuser, wo der Kommunikationsaustausch und das gesellige Beisammensein im Fokus stehen. Gäste bleiben aus, speziell abends sinkt die Frequenz massiv. Weniger stark, aber vereinzelt auch betroffen sind regionale Restaurants und Lokale.“