Inklusion als Schlüssel bei Trisomie 21. Inkludieren statt wegschauen, Trisomie 21 besser bekannt als Downsyndrom wird auch heute oft noch stigmatisiert, nicht so bei der Feuerwehr Kemeten.

Von Rosa-Stefanie Nutz. Erstellt am 07. September 2020 (06:06)
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Die Jugend der Feuerwehr Kemeten ist eine eingeschworene Gemeinschaft in der jeder jeden respektiert und unterstützt.
Feuerwehr Kemeten

„Du bist zu langsam, zu unkoordiniert und einfach ein bisschen anders,“ Kinder und Jugendliche mit Trisomie 21 sehen sich auch heutzutage im Alltag oft noch an den Rande der Gesellschaft gestellt. Begonnen vom Ausschluss bei Geburtstagspartys bis zum „am Bankerl kannst eh sitzen“ beim Sportverein.

Die Feuerwehr Kemeten hat dieser Einstellung den Kampf angesagt, seit 2016 ist Cilian, der an der Chromosomenanomalie leidet, fixer Bestandteil der Feuerwehr und ist heute gar nicht mehr wegzudenken. „Cilian hat bei seinen Kameraden ein Umdenken ausgelöst,“ so Feuerwehrkommandant Daniel Hiertz. Für diesen stellte sich nie die Frage, ob ein Kind mit Trisomie 21 für die Feuerwehr geeignet sei oder nicht, denn jeder hat eine Chance mitzumachen.

Jetzt zeigt sich, gerade durch seine besondere Art bringt der heute Jugendliche wahnsinnig viel positiven Input in die Gruppe, außerdem ist er stets pünktlich, zuverlässig und mit vollem Eifer dabei. „Es freut mich zu sehen wie Cilian jedes Mal richtig aufblüht und mit Stolz seine erworbenen Abzeichen trägt,“ so der Feuerwehrkommandant. Auch der Verband für Menschen mit Behinderung ist überzeugt, dass die Feuerwehr einen Schritt in die richtige Richtung macht. „Es muss normalisiert werden, dass alle Menschen, egal ob mit oder ohne Behinderung, am Vereinsleben teilnehmen,“ so der Verband.

Nur weil Menschen durch diverse Barrieren an manchen Dingen gehindert sind, wäre das kein Ausschlussgrund. Wir bräuchten ein System, indem die Gleichwertigkeit und die Unterschiedlichkeit der Menschen ihren Platz finden und in dem die Vielfalt die Normalität ist. Keiner darf sich ausgeschlossen fühlen.