Oberwarter Stadthotel "Telegraph" öffnet im Juni. Klaus Glavanics will sein Stadthotel „Telegraph“ Ende Juni aufsperren, auch wenn die Gäste zu Beginn ausbleiben werden.

Von Carina Fenz. Erstellt am 14. Mai 2020 (05:40)
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In der Schulgasse bei der Kreuzung zur Badgasse, wird das Stadthotel „Telegraph“ eröffnen. Die Bauarbeiten sind in der finalen Phase.
Lexi

Klaus Glavanics errichtet gemeinsam mit seinem Bruder Patrick und weiteren Investoren das Stadthotel „Telegraph“ an der Ecke Schulgasse/Badgasse in Oberwart. Die 18 Doppelzimmer und vier Appartements im Drei- bis Vier-Sterne-Bereich, ebenso wie ein Restaurant, das für alle Gäste geöffnet hat, sind mittlerweile zwar in Fertigstellung, aber die Eröffnung des Hauses sorgt für viel mehr Kopfzerbrechen.

Beim Baustart im Juni des Vorjahres wollte man das 50-Betten-Hotel im Frühjahr 2020 mit einer großen Feier eröffnen, die ersten Reservierungen hatte man schnell.

Aus dem enthusiastischen Start für das 50-Betten-Hotel wird jetzt nichts, denn die Coronakrise und die damit zusammenhängende Flut an Veranstaltungsabsagen spielt dem zukünftigen Hotelier schlecht in die Karten. „Wir arbeiten Tag und Nacht, um das Hotel im Juni aufsperren zu können, auch wenn es ein Start mit wenig Gäste werden wird“, erzählt Glavanics. „Eine größere Reservierung einer Seminargruppe Ende Juni wurde noch nicht storniert, darauf hoffen wir“, meint er weiter. Die größte Herausforderung für ihn ist jedoch die „Ungewissheit, denn niemand weiß, wie es weitergeht und die Kosten sind enorm“, erklärt der Bauherr, der mehrere Lokale und ein Cateringunternehmen betreibt.

Klaus Glavanics ist Gastronom und Caterer und ab Ende Juni auch Hotelier in Oberwart.
Michael Pekovics

„Persönlich stimmt mich diese Zeit einfach nur traurig. Jeden Tag wird gesagt, dass die Gastronomie Hilfe vom Staat bekommt, aber das ist nicht so“, ärgert sich Glavanics, der sich klare Regelungen wünschen würde. „Weniger Umsatzsteuer auf alkoholfreie Getränke ist ein Tropfen auf den heißen Stein, denn ein Wirt macht sein Geschäft nicht nur mit Alkoholfreiem, manche Wirte sind sehr Essenslastig, auch wird dazu immer weniger getrunken. Viel mehr geht es darum, dass die Unternehmer derzeit enorme Vorauszahlungen leisten müssen und das geht nicht über Monate hinweg“, so Glavanics, der sich auch einen Seitenhieb auf das Tragen vom Mundschutz in der Gastronomie nicht verkneifen kann: „Ich bin kein Arzt und auch kein Virologe, aber den Gästen vorschreiben zu wollen, dass sie beim Betreten des Lokals und am Weg zur Toilette einen Mundschutz brauchen, aber ohne Mundschutz am Tisch im Lokal sitzen können, das verstehe ich nicht.“