Katja Schuh: „Am Rock zupfen nervt“. „Chefin“ über 100 Mitarbeiter, Designerin, Coach, Veranstalterin und 27 Jahre jung. Katja Schuh ist ihre eigene Marke – aber eine, die wirklich gut passt.

Von Vanessa Bruckner. Erstellt am 24. Oktober 2019 (03:17)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
440_0008_7722585_owz43vani_2_v_suit_gru_nderin_katja_sch.jpg
Multitalent. Unternehmerin Katja Schuh in ihrem V-Suit.
zVg

In der Volksschule lag sie eher im „Mittelfeld“, als Teenie hat Mädchen sowieso ganz eigene Probleme und schön fand sich Katja Schuh damals halt gar nicht. Dann aber krönte man die Hocharterin 2011 zur Miss Burgenland. Sie ging nach Wien um zu studieren und hatte mit nur 23 Jahren die Verantwortung über 100 Mitarbeiter in einem internationalen Konzern inne. Ganz schön taff, die Dame.

Warum ausgerechnet ein Hosenanzug die Südburgenländerin vom Mittelfeld in die Spitzenklasse hievte? „Zu meiner Konfirmation hab ich meinen ersten Hosenanzug bekommen und als ich mich darin im Spiegel sah, hat das einen Funken an Urvertrauen ausgelöst. Von da an wusste ich, dass ich alles schaffen kann, wenn ich´s nur wirklich, wirklich möchte“, erinnert sich die heute 27-Jährige. Gesagt, gelebt. Katja Schuh hat mit V-Suit ein Unternehmen für Frauen gegründet, bietet Leadership-Coaching, Unternehmensberatung, veranstaltet Netzwerk-Events und hat jetzt auch ihre Leidenschaft als Designerin „passend“ vermarktet.

Ende der Kleiderstange als Business-Startschuss

Die Hocharterin ist um die halbe Welt gereist um gemeinsam mit den Besten der Branche einen Hosenanzug zu designen, der Frau nicht nur in ihrer Arbeitsposition als Understatement dient. „Ich wollte mich in der Führungsetage ebenso gut kleiden können wie die Männer, mich gleichwertig präsentieren, aber merkte bald, dass ich das Ende der Kleiderstange schnell erreicht hatte.

Ständig am Rock zupfen müssen, billiges Material oder Falten in der Bluse - gut angezogen als Frau war leider nicht gleich praktisch im Job. Deshalb habe ich den V-Suit entwickelt. Ein professioneller Hosenanzug der waschmaschinentauglich, knitter- und bügelfrei ist mit herausnehmbaren Achselpads, damit man ihn nur selten waschen muss“, erzählt Schuh. Stoffe, Schnitt, Design – Blazer und Hose, eine Kombi, die nach monatelangen Recherchen wirklich passt. Was Katja Schuh wiederum noch immer nicht passt, ist die Tatsache, dass „in Österreich nur fünf Prozent Frauen in Top-Führungspositionen tätig sind. Gerade im Burgenland fehlen Frauen an der Spitze. Ich kenne zuhause tolle Frauen, die traumhafte Gärten zum Blühen bringen, einzigartige Projekte starten, aber im Job nicht weiterkommen. Das möchte ich ändern.“ Diese Frau hat definitiv die Hosen(anzüge) an.