Oberwart

Erstellt am 11. Juni 2018, 19:10

von Redaktion bvz.at und APA Red

Erfolgreiche Reanimation: Ersthelfer retteten 3-Jährige. Eine Dreijährige ist am Montag im Oberwarter Freibad reanimiert worden. Badegäste hatten das Kind im Wasser treibend entdeckt und Alarm geschlagen. Aufgrund des beherzten Eingreifens von Ersthelfern konnte das Leben der Dreijährigen gerettet werden.

Rotes Kreuz

Um 16.15 Uhr wurden das Notarzteinsatzfahrzeug des Roten Kreuzes Oberwart und ein Rettungswagen alarmiert und rückten sofort aus. Als das Notarztteam das Freibad erreichte, waren glücklicherweise schon Ersthelfer aktiv gewesen. „Bei unserem Eintreffen befand sich das Kind bereits in der stabilen Seitenlage“, schildert Notfallsanitäter Hannes Bauer.

Kind war im Wasser treibend bemerkt worden

Das Kind war im Wasser treibend von aufmerksamen Badegästen bemerkt worden. Der Bademeister und eine anwesende Krankenschwester stellten einen Atem-Kreislauf-Stillstand fest und begannen unverzüglich mit Wiederbelebungsmaßnahmen.

„Das beherzte Handeln der Ersthelfer dürfte dem Mädchen das Leben gerettet haben“, freut sich Hannes Bauer. „Gerade bei einem Atem-Kreislaufstillstand ist es sehr wichtig, dass möglichst schnell mit Erste-Hilfe-Maßnahmen begonnen wird. Als wir als Notarztteam am Einsatzort eintrafen, hatte das Kind bereits wieder Lebenszeichen.“

 

Das Mädchen wurde zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus Oberwart gebracht. „Das sind die Tage, an denen man weiß, warum man beim Roten Kreuz arbeitet“, meint Hannes Bauer abschließend. „Kindernotfälle sind immer etwas Dramatisches, und da ist es umso schöner, wenn die Hilfe wirksam ist.“ Und für die Ersthelfer gibt es Lob vom Profi: „Seitens des Roten Kreuzes dürfen wir uns ganz herzlich bei den Ersthelfern bedanken. Das haben sie sehr gut gemacht.“

KFV warnt: "Zwei Minuten reichen aus"

Laut Polizei hatte der Vater die Kleine aus den Augen verloren. Als der 28-Jährige mit seinen drei und sechs Jahre alten Töchtern an der Kassa bezahlt hatte, war das jüngere Mädchen unbemerkt weitergegangen. Bereits kurz darauf sah er, wie das Kind am Beckenrand reanimiert wurde, teilte die Polizei heute, Dienstag, mit.

Das Mädchen, das einen Kreislaufstillstand erlitten hatte, gab beim Eintreffen des Notarztteams bereits wieder Lebenszeichen von sich, sagte Notfallsanitäter Hannes Bauer. Anschließend wurde es ins Krankenhaus gebracht. Laut Exekutive war das Kind am Montag außer Lebensgefahr und zur Beobachtung im Spital. Vom Krankenhaus hieß es dazu am Dienstag auf APA-Anfrage, dass man aus Datenschutzgründen keine Auskunft zum Gesundheitszustand der Dreijährigen erteilen könne.

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) appelliert, Kinder immer im Auge zu behalten. "Zwei Minuten, etwa die Dauer eines kurzen Telefonats, reichen aus, dass ein Kind im Wasser das Bewusstsein verliert. Nach fünf Minuten kann Sauerstoffmangel bereits zum Tod führen", so KFV-Sprecherin Johanna Trauner-Karner in einer Pressemitteilung. Das Zeitfenster bei Badeunfällen sei minimal.

Durchschnittlich fünf Kinder unter 15 Jahren ertrinken laut KFV pro Jahr in Österreich - davon seien vier unter fünf Jahre alt. In der Altersgruppe der Kleinkinder sei das Ertrinken somit die häufigste unfallbedingte Todesursache.

Um Badeunfälle zu verhindern, gibt das KFV Sicherheitstipps: Kleinkinder müssen in und in der Nähe von Gewässern immer in unmittelbarer Reichweite beaufsichtigt werden - größere Kinder in Sichtweite. Besonders bei Festen mit vielen Erwachsenen solle man immer eine Person für die direkte Beaufsichtigung der Kinder bestimmen.

Kleinen Kindern könne man lernen, sich beim "in das Wasser schauen" auf den Bauch zu legen, um so das Risiko, ungewollt das Gleichgewicht zu verlieren und in das Wasser zu fallen, zu reduzieren. Außerdem sollten Kinder laut KFV in gut sichtbaren Farben gekleidet werden, damit sie "im schlimmsten Fall der Fälle" unter Wasser schneller gefunden werden können. Ein Problem, das ältere Kinder und auch Erwachsene betreffe: Schwimmkenntnisse werden häufig überschätzt.