Land Burgenland beschloss Kauf von Bahnstrecke. Die Güterbahnstrecke Friedberg-Oberwart soll nun endgültig vom Land Burgenland übernommen werden.

Von Redaktion, APA. Update am 04. Juli 2017 (14:20)
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Der Kauf der Strecke - derzeit im Eigentum der ÖBB - sei kürzlich in einer Sitzung des Aufsichtsrates der Verkehrsinfrastruktur Burgenland (VIB) beschlossen worden, wurde per Aussendung des Landesmedienservice mitgeteilt. Die Vertragsunterzeichnung soll im September erfolgen.

Gegenüber der APA erklärte VIB-Geschäftsführer Andreas Reiner am Dienstag, dass die Finanzierung noch ausverhandelt werden müsse. Bund, Land und Gemeinden sollen sich die Kosten teilen, wobei der Bund 50 Prozent übernehmen werde. Der Rest werde zwischen Land und Gemeinden aufgeteilt. Zum Kaufpreis wollte sich Reiner vorerst nicht äußern. Die Betriebsführung sei derzeit ausgeschrieben.

Der Güterverkehr solle weiter ausgebaut werden, so der VIB-Geschäftsführer. Im Vorjahr seien an die 100.000 Nettotonnen auf der Strecke transportiert worden. Die Wiederaufnahme des Personenverkehrs sei hingegen keine Option, da bereits eine gut ausgelastete Busverbindung bestehe.

FPÖ Burgenland sieht Forderung erfüllt

Die Bahnstrecke sei für die wirtschaftliche Entwicklung des Südburgenlandes von großer Bedeutung, meinte Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ). "Mit dem Ankauf der Bahnstrecke durch das Land ist der Weiterbestand dieser wichtigen Verbindung nun langfristig gesichert", so Niessl.

2011 war der Personenverkehr auf der Strecke aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt worden. Danach drohte auch die Stilllegung des Güterverkehrs. Südburgenländische Unternehmen und das Land forderten jedoch den Weiterbetrieb. 2015 kündigte das Land an, die rund 28 Kilometer lange Verbindung zu übernehmen. Eine im selben Jahr geplante Übertragung sei jedoch aufgrund offener Punkte nicht finalisiert worden, hieß es nun vom Land.

Die FPÖ Burgenland hat sich nach dem beschlossenen Ankauf der Bahnstrecke Friedberg-Oberwart durch das Land erfreut gezeigt. Man habe eine alte Forderung durchsetzen können, meinte der freiheitliche Infrastruktursprecher Markus Wiesler am Dienstag per Aussendung. Der Ankauf sei längst überfällig gewesen.