„Derzeit kein Bedarf“ an weiterem Kindergarten in Pinkafeld

Seit Jahren gibt es Debatten über den Bau eines weiteren Kindergartens. Pläne lagen bereits auf, jetzt wurde das Projekt vorläufig auf Eis gelegt.

Erstellt am 23. Dezember 2021 | 05:59
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Gerichtssaal Symbolbild
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Foto: shutterstock.com/Salivanchuk Semen

Seit Jahren debattiert der Gemeinderat immer wieder über die Errichtung eines weiteren Kindergartens. Im Jahr 2017 beschloss der Gemeinderat dann, eine Arbeitsgruppe bezüglich der Kinderbetreuungseinrichtungen einzurichten. Im darauffolgenden Jahr hat sich diese Arbeitsgruppe einstimmig darauf verständigt, dass der Bau eines zweiten Kindergartens notwendig sei. Im Jahr 2019 kam es bei sämtlichen Gemeinderatssitzungen zu weiteren Diskussionen bezüglich des Projekts.

Mitte 2020 wurde dann schließlich einstimmig beschlossen, dass ein zweiter Kindergarten, der vier Gruppen und eine Kindergrippe umfassen wird, errichtet werden soll. Dafür sollte eine Gesamtplanung erstellt werden, die einerseits die modulare Umsetzung und andererseits eine Erweiterung ermöglicht. In der nächsten Sitzung wurde dann beschlossen, dass sich eine Arbeitsgruppe unter Einbindung von Pädagoginnen mit einem pädagogischen Konzept für den geplanten Kindergarten beschäftigen soll. In den kommenden Monaten kam es erneut zu Diskussionen bezüglich des Projekts.

Im November 2021 wurde dann ein Konzept für den zweiten Kindergarten und die möglichen Kosten präsentiert. Dieses Konzept hätte eigentlich in der letzten Gemeinderatssitzung für dieses Jahr am vergangenen Montag beschlossen werden sollen. Doch als es bei der Sitzung der mittelfristige Finanzplan der Gemeinde bekannt gegeben wurde, wurde der Bau des Kindergartens in diesem nicht berücksichtigt.

„Geburtenzahlen haben sich fast halbiert“

Der Bau des Kindergartens sei laut Bürgermeister Kurt Maczek (SPÖ) derzeit nicht nötig, da die Geburtenrate rückläufig ist und für die kommenden Jahre mit dem derzeitigen Kindergarten genug Kinderbetreuungsplätze zur Verfügung ständen. „Die Zahlen werden aber weiter evaluiert,“ so der Bürgermeister.

Vizebürgermeister Franz Rechberger bestätigt: „Im Rahmen der Budgeterstellung haben wir uns die Zahlen noch einmal genauer angeschaut, die Geburten sanken seit 2015 von 78 auf 40 pro Jahr, die Zahl hat sich also fast halbiert.“ Sollte die Nachfrage wieder steigen, könnte der Bau eines neuen Kindergartens, da jetzt bereits ein fertiges Konzept vorliege, rasch umgesetzt werden, berichtet Rechberger weiter.

„Vorgangsweise ist nicht akzeptabel“

Gemeinderat Eduard Posch (NEOS) verwies bei der Sitzung darauf, dass in der Dezember Ausgabe der Gemeindezeitung Ortspost die Bevölkerung noch darüber informiert wurde, dass im Frühjahr 2022 mit dem Bau des Kindergartens begonnen werde. „Die nun gewählte Vorgangsweise ist nicht akzeptabel, zumal sich das Projekt nicht einmal im mittelfristigen Finanzplan findet und der Kindergarten beziehungsweise Kinderkrippenbetrieb bereits jetzt nur mit zwei provisorisch genehmigten Gruppen aufrecht erhalten werden kann“, so Posch.

Stadträtin Patrizia De Lellis-Mejatsch (VP) schloss sich an: „Der nun ausschließlich mit den Stimmen der Mehrheitsfraktion zustande gekommene Gemeinderatsbeschluss den Neubau des zweiten Standortes komplett aus dem Budget der Gemeinde zu streichen, entbehrt jeglicher Grundlage. Die Situation in Pinkafeld hat sich entgegen der Meinung der Mehrheitsfraktion nicht verbessert. Im Gegenteil: In diesem Jahr wurde die ehemalige Schulwartwohnung in der Mittelschule umgebaut, um eine Zwischenlösung für die überfüllten Räumlichkeiten zu finden. Die einseitige Entscheidung, den gemeinsamen Beschluss vom 3. Juni 2020 ohne Beratung oder Rücksprache aus dem Budget zu streichen, ist nicht nachvollziehbar und kann daher von uns nicht unterstützt werden und ist auch unserer Meinung nach nicht im Sinne der Bevölkerung.“