Grabungen in Burg als Attraktion. Im Zuge des Projektes „ArcheON“ werden aktuell archäologischen Grabungsarbeiten in Burg durchgeführt. Dazu bietet man kostenlose Führungen für Interessierte.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 05. Oktober 2020 (06:20)

Das Projekt „ArcheON“ stellt die gemeinsame Entwicklung und touristische Inwertsetzung eines historischen und archäologischen Angebots in der Grenzregion Österreich-Ungarn in den Fokus.

Durch diese grenzüberschreitende Kooperation der musealen und touristischen Partner soll das gemeinsame, historische und archäologische Erbe touristisch sowie pädagogisch sichtbar und wahrnehmbar gemacht werden.

An sechs der bedeutendsten Fundstellen im Untersuchungsgebiet werden im Rahmen des Projekts archäologische Ausgrabungen durchgeführt, so auch in Burg in der Gemeinde Hannersdorf, das für seine befestigte Höhensiedlung bekannt ist.

Von den eben dort seit Anfang September laufenden Arbeiten konnte sich nun Landeshauptmann Hans Peter Doskozil persönlich ein Bild machen: „Diese Initiative ist ein gelungenes Beispiel für eine erfolgreiche wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen den ungarischen Partnern und dem Burgenland. Wir haben damit ein Pilotprojekt ins Leben gerufen, das Vorbild für weitere grenzüberschreitende archäologische Kooperationen sein kann. Gleichzeitig haben wir das gemeinsame Interesse, diese archäologischen ‚hotspots‘ auch für touristische Zwecke aufzubereiten. Dadurch eröffnet sich eine große Chance für die weitere touristische Entwicklung im Südburgenland“, zeigte sich Doskozil überzeugt.

Funde sind bis zu 5.500 Jahre alt

Im ersten Grabungsabschnitt wurde von der ausführenden Grabungsfirma „archaeo perspectives“ in Kooperation mit dem Landesmuseum Burgenland, dem Tourismusverband Region Oberwart und der Gemeinde Hannersdorf im Bereich südlich des Friedhofes eine Fläche von 120 Quadratmetern archäologisch untersucht um Informationen über die Besiedlungsgeschichte von Burg zu erlangen.

Dabei gelang es, einen neolithischen Siedlungsbefund (Linearbandkeramische Kultur, ca. 5500 v. Chr., Lengyelkultur, ca. 4500 v. Chr.) freizulegen, der die bis dato älteste Siedlungsaktivität in diesem Areal belegt. Zudem konnten auch Hinweise auf die Verarbeitung von Buntmetall dokumentiert werden. In weiterer Folge wird nun der bis in das 15. Jahrhundert hinein intensiv genutzte Hausberg von Burg erstmals archäologisch untersucht um nähere Aussagen zu dessen Entstehung, Nutzung und Bebauung treffen zu können.

Bis Ende Oktober können Interessierte jeweils freitags und samstags, von 9 bis 12 Uhr (Führungen um 10 Uhr) die Ausgrabung sowie einen Inforaum (in der alten Volksschule) besuchen. Besonderes Augenmerk liegt zudem auf den Schulen der näheren Umgebung, für die spezielle Führungen angeboten werden.