Akutordination im Spital: Erste Bilanz. 27 Allgemeinärzte aus dem Bezirk garantieren zu Tagesrandzeiten medizinische Hilfe im Oberwarter Spital, via Hausbesuch und Telefondienst. Jetzt lieferte man erste Zahlen.

Von Vanessa Bruckner. Erstellt am 20. Oktober 2016 (05:02)
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Krankenhaus Spital Oberwart Klinikum
Michael Pekovics

Dienstagnacht, 23 Uhr. Das Fieber ihrer dreijährigen Tochter geht einfach nicht runter? Freitag, 18.30 Uhr: Die Halsschmerzen werden schlimmer, aber der Hausarzt hat schon zu? Das Pilotprojekt „Akutordination Oberwart“ hilft. Konkret von Montag bis Freitag, 17 Uhr bis 7 Uhr früh, mit einem Team aus 27 niedergelassenen Allgemeinärzten aus dem Bezirk, Rettungssanitätern und einem professionellen Telefonarzt.

Zweieinhalb Jahre lang haben Experten daran gearbeitet. Seit 3. Oktober läuft das österreichweit einzigartige Pilotprojekt „Akutordination“ bereits. Jetzt zogen die Verantwortlichen eine erste Bilanz.

50 Prozent statt in ZAE in Akutordi versorgt

„Das Projekt ist sehr gut angelaufen“, berichtet Allgemeinmediziner Hannes Leirer, der einer von 27 Ärzten im Dienstrad ist. Patienten, die ohne Zuweisung das Spital aufsuchen, werden zunächst der Akutordination zugeleitet, wo ein erfahrener Allgemeinmediziner eine Erstbegutachtung vornimmt, gegebenenfalls erstversorgt und je nach Krankheitsbild die Patienten zur weiteren Abklärung an die Zentrale Aufnahme- und Erstversorgungseinheit des Krankenhauses Oberwart (ZAE) weiterleitet oder aber auf den niedergelassenen Hausarzt/Facharzt auf den nächsten Tag verweist.

Hannes Leirer: „Insgesamt 50 Prozent der Patienten, die die Akutordination aufsuchten, konnten auch dort behandelt werden. Die andere Hälfte wurden an die ZAE weitergeleitet.“

AK Vizepräsident Michael Schriefl erklärt: „Es ist eine Win-Win-Situation, sowohl für den Patienten als auch für niedergelassene Hausärzte und jene Kollegen, die im Krankenhaus ihren Dienst verrichten, denn die Patienten sind dadurch auch zu Tagesrandzeiten bestens versorgt, die Hausärzte haben anstelle von durchschnittlich zwei Notdiensten pro Woche mit dem Dienst in der Akutordination nur noch viereinhalb Dienste pro Quartal und die Fachärzte im Spital werden entlastet und können sich den wirklichen Notfällen und Erkrankungen in ihrem Fachgebiet zeitlich entsprechend widmen.“

Die Akutordination ist direkt im Oberwarter Krankenhaus angesiedelt. Konkret in einem Raum nur wenige Meter vom ZAE entfernt. Hauptziel ist es, die Zentrale Erstaufnahmestelle des Krankenhauses zu entlasten und den Hausarzt wieder als Hauptmanager zu etablieren.

Das Pilotprojekt „Akutordination“ läuft bis Ende 2017.